Resident Evil VII für Playstation VR ist eines der erfolgreichsten VR-Spiele überhaupt. Für Capcom war der Titel kein Selbstläufer.
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Virtual Reality: Die zehn besten Mystery- und Horrorspiele

von VRODO28. Oktober 2017

Nirgends gruselt es sich so schön wie unter der VR-Brille. Wir stellen euch zehn Spieleperlen mit unterschiedlichem Schreck- und Gruselfaktor vor. Von mysteriös bis haarsträubend: In unserer Liste ist für jeden die passende VR-Erfahrung dabei.

10. The Invisible Hours

Unterstützte VR-Systeme: Playstation VR, Oculus Rift, HTC Vive

Empfindlicheren Spielern, die Halloween ohne übermäßig Blut und gemeine Schockeffekte feiern wollen, empfehlen wir diesen VR-Krimi mit Mystery-Elementen, der mit einem bislang einzigartigen Spielprinzip aufwartet.

“The Invisible Hours” spielt gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Eine kleine Gesellschaft findet sich in Nikola Teslas Villa ein, findet jedoch kurz darauf nur noch die Leiche des genialen Erfinders. Der Spieler schlüpft in die Rolle eines geisterhaften Beobachters, der in den folgenden Stunden den Ereignissen im Haus unbemerkt beiwohnen und in den zahlreichen Zimmern durch Beobachten und Zuhören den Mörder identifizieren muss. Dank einer magischen Uhr kann der Hausgeist den Fluss der Zeit umkehren und Ereignisse wiederholt in Gang setzen, um alle Einzelheiten aufzudecken.

Gruselfaktor: 2 / 5
Schockeffekte: 1 / 5
Spielmodus: Im Sitzen spielbar
Fortbewegung: Teleportation
Spieldauer: 10 Stunden +
Synchronisation: Vollständige deutsche Synchronisation

The Invisible Hours ist erhältlich für Playstation VR im Playstation Store für 39,99 Euro, für Oculus Rift im Oculus Store und für HTC Vive bei Steam für 34,99 Euro.

9. The Vanishing of Ethan Carter VR

Unterstützte VR-Systeme: Oculus Rift, HTC Vive

Die VR-Portierung des gleichnamigen Walking Simulators ist ebenfalls im Mystery- und Krimigenre anzusiedeln und verzichtet auf Blut und Schockeffekte.

In diesem Spiel schlüpft man in die Rolle von Paul Prospero, einem Detektiv, der sich auf paranormale Phänomene spezialisiert hat. Als er eines Tages den Hilferuf eines übersinnlich begabten Jungen erhält, macht er sich in einer malerischen Bergregion auf die Suche nach dem Jungen. Bald stellt sich heraus, dass sich dunkle Mächte des Ortes bemächtigt haben und dass Ethan samt aller Einwohner spurlos verschwunden ist. Nun liegt es an dem Spieler, das Rätsel um deren Verbleib zu lösen.

The Vanishing of Ethan Carter VR erinnert vom Schauplatz und der Thematik an Twin Peaks und an die Kleinstadtromane von Stephen King. Das herausstechendste Merkmal von Ethan Carter ist die Grafik: Die Umgebungen wurden mittels Fotogrammetrie erstellt und beeindrucken durch eine fotorealistische Szenerie.

Der größte Schwachpunkt des Spiels ist die mangelhaft umgesetzte Fortbewegung. Im Komfortmodus kann sich der Spieler nicht frei, sondern nur an vordefinierte Stellen teleportieren und die fließende Fortbewegung unterstützt keine künstlichen Drehungen in Gradschritten. Wer sich daran nicht stört, sollte mit dem Spiel keine Probleme haben. Vive-Nutzer brauchen zusätzlich ein Gamepad.

Gruselfaktor: 2 / 5
Schockeffekte: 1 / 5
Spielmodus: Im Sitzen spielbar
Fortbewegung: Teleportation (vordefinierte Punkte), fließende Fortbewegung (ohne Drehungen in Gradschritten)
Spieldauer: 4 – 5 Stunden
Synchronisation: Texte sind ins Deutsche übersetzt, Untertitel bei Gesprochenem

The Vanishing of Ethan Carter ist erhältlich im Oculus Store für 29,99 Euro und bei Steam für 28,98 Euro. Bei beiden Versionen ist das 2D-Originalspiel enthalten. Die Steam-Version unterstützt HTC Vive und Oculus Rift.

8. Obscura

Unterstützte VR-Systeme: Oculus Rift, HTC Vive

Mit “Obscura” wandelt der deutsche Entwickler Michael Hegemann auf den Spuren des Slender Man und japanischer Horrorfilme wie “The Ring” und “Shutter”.

Hegemann verzichtete bewusst auf herkömmliche Spielmechaniken, um “eine reine Horrorerfahrung” zu schaffen. Man startet in einer nächtlichen und menschenverlassenen Umgebung. Bewegen kann man sich nur innerhalb des eigenen Trackingbereichs, Teleportation oder fließende Fortbewegung ist nicht möglich. Das steigert das Gefühl der Beklemmung und Ausweglosigkeit.

Wie in den Slender-Spielen steht Bedrohung durch ein mysteriöses Wesen im Vordergrund. In den Händen hält man Gegenstände, mit denen sich das Böse aufspüren lässt. Zum Beispiel ein alter Camcorder oder ein Pendel, das sanft ausschlägt, wenn man es in die Richtung des sich nähxernden Ungeheuers hält.

Vertreiben oder gar besiegen kann man die spukhafte Gestalt nicht: In Obscura steuert alles auf die unausweichliche Konfrontation mit dem Bösen zu. In welcher Gegend der Spieler erscheint, welche Instrumente er erhält und wann und wo das Monster sich zeigt, entscheidet das Programm bei jedem Durchgang neu, sodass man nie recht weiß, was einen erwartet.

Obscura ist eine kurze VR-Erfahrung, die sich wunderbar dazu eignet, seine Freunde zu erschrecken.

Gruselfaktor: 3 / 5
Schockeffekte: 5 / 5
Spielmodus: Für das Spielen im Stehen empfohlen
Fortbewegung: Keine Fortbewegung, Drehungen in Gradschritten möglich
Spieldauer: 60 Minuten
Synchronisation: Keine Übersetzung

Obscura ist erhältlich im Oculus Store für Oculus Rift für 9,99 Euro und bei Steam für Oculus Rift und HTC Vive für 19,99 Euro.

7. The Elevator Ritual

Unterstützte VR-Systeme: Oculus Rift

Das Spiel orientiert ist von einer Urban Legend aus Korea inspiriert. Die geht so: Wenn man mit dem Fahrstuhl in einem Gebäude mit mindestens zehn Stockwerken eine spezielle Abfolge an Stops einhält, landet man irgendwann in einer mysteriösen Zwischenwelt.

Diese scheint mit der realen Welt identisch zu sein, bis auf drei Ausnahmen: Das Licht geht nicht mehr, am Horizont leuchtet ein rotes Kreuz und es existiert nur mehr ein lebendiges Wesen – man selbst. Die Betonung liegt auf “lebendig”, denn alleine seid ihr in der Horror-Etage nicht.

“The Elevator Ritual” ist wie Obscura eine kurze VR-Erfahrung. Dennoch ist sie nur für Menschen mit starken Nerven geeignet. Wir haben euch gewarnt.

Gruselfaktor: 5 / 5
Schockeffekte: 5 / 5
Spielmodus: Spielen im Stehen
Fortbewegung: Keine Fortbewegung
Spieldauer: 15 Minuten
Synchronisation: Keine Übersetzung

The Elevator Ritual ist erhältlich im Oculus Store für 2,99 Euro.

6. Dark Days

Unterstützte VR-Systeme: Oculus Rift, Samsung Gear VR

Das VR-Spiel wird als narratives Escape-Room-Erlebnis beworben, geht aber auch als klassisches Horror-Adventure durch.

Der Spieler schlüpft in die Rolle der gescheiterten Autorin Jade Lacroix, die sich mitten im Death Valley verfährt und gezwungenermaßen in ein Motel eincheckt, das schon von außen nicht gerade vertrauenerweckend aussieht.

Die Vermisstenanzeigen und Radiodurchsagen sowie ein mit Polizeiband abgesperrtes Hotelzimmer – ganz offensichtlich ein Tatort – können die junge Frau nicht von einer Übernachtung abhalten. Den finsteren Horrorgemälden an den Wänden, die wahrscheinlich nicht einmal Marilyn Manson ohne Zähneklappern in sein Schlafzimmer hängen könnte, gelingt dieses Kunststück ebenfalls nicht.

Aufgabe des Spielers ist, das Geheimnis um das Motel samt Nachbarschaft zu lüften. Dabei verstrickt man sich zwangsläufig auch in die persönliche Geschichte der Hauptdarstellerin. Um die Handlung voranzutreiben, müssen in erster Linie kleine Puzzleaufgaben gelöst werden, die in die Hotelumgebung und die Handlung integriert sind. Zusätzliche Story-Elemente wie alte Zeitungsartikel oder Radiodurchsagen sind nahtlos in die virtuelle Welt integriert.

Gruselfaktor: 3 / 5
Schockeffekte: 4 / 5
Spielmodus: Im Sitzen spielbar
Fortbewegung: Teleportation zwischen vordefinierten Punkten
Spieldauer: 4 – 5 Stunden
Synchronisation: Vollständige deutsche Synchronisation

Dark Days ist erhältlich im Oculus Store für Oculus Rift für 7,99 Euro und Samsung Gear VR für 7,99 Euro.

5. Dead Secret

Unterstützte VR-Systeme: Oculus Rift, HTC Vive, Samsung Gear VR

Kansas, 1965. In einem einsamen Landhaus wird ein Mann tot aufgefunden. Der Tote heißt Harris Bullard und führte in dem Haus schon seit Jahren ein zurückgezogenes Leben. Die Polizei glaubt an eine natürliche Todesursache. Doch eine Journalistin vermutet einen Mord und will der Sache nachgehen.

Als Spieler schlüpft man in die Rolle der jungen Frau und untersucht das Haus akribisch nach Beweisen, um den Fall aufzuklären und den unbekannten Täter zu stellen. Dabei stellt sich heraus, dass das Anwesen und die Vergangenheit des Mannes dunkle Geheimnisse bergen.

“Dead Secret” ist ein Point-and-Click-Adventure für VR. Dank eines cleveren Rätseldesigns und einer ausgezeichneten Spielführung kann der Titel durchgehend motivieren. Die Mystery- und Horrorelemente sorgen für Gänsehaut und Höchstspannung.

Der Leiter des Studios Chris Pruett analysierte in einem Forschungsprojekt über zehn Jahre Horrorspiele und unheimliches Spieldesign. Dead Secret wurde auf der Grundlage dieser Forschungsarbeit entwickelt.

Gruselfaktor: 2 / 5
Schockeffekte: 2 / 5
Spielmodus: Im Sitzen spielbar
Fortbewegung: Fließende Fortbewegung oder Teleportation zwischen vordefinierten Punkten
Spieldauer: 4 – 8 Stunden
Synchronisation: Keine Übersetzung

Dead Secret ist erhältlich im Oculus Store für Oculus Rift für 14,99 Euro und Samsung Gear VR für 9,99 Euro sowie bei Steam für HTC Vive und Oculus Rift für 14,99 Euro.

4. Wilson’s Heart

Unterstützte VR-Systeme: Oculus Rift

Dieser VR-Horrorthriller vermischt fließend Elemente von Spiel und Film. Der große Unterschied im Vergleich zu früheren Versuchen interaktiver Filme: Man steht mit der VR-Brille mittendrin in der Szene, wird selbst zum Schauspieler. Den Protagonisten sieht man direkt in die Augen.

In der Rolle des titelgebenden Figur erwacht der Spieler, in Ketten gelegt, in einem alten, scheinbar menschenleeren Krankenhaus. Von den Fesseln und Elektroden befreit, beginnt man, das alte Gemäuer zu erforschen, in dem merkwürdige Dinge vor sich gehen. Dabei macht der Spieler schon bald eine unschöne Entdeckung: Das eigene Herz wurde bei einer Operation entfernt und durch einen seltsamen Apparat ersetzt, der für die unheimlichen Vorgänge im Krankenhaus verantwortlich zu sein scheint.

VR-Spieler, die sich viel Bewegungsfreiheit wünschen, werden sich an der Teleportationsmechanik stören, die einen zwingt, zwischen vordefinierten Punkten zu springen. Die eingeschränkte Fortbewegung hat aber auch Vorteile: Wie bei einem guten Film wird das Erlebnis auf das Wesentliche reduziert, in jeder einzelnen Einstellung geht es um den Kern der Sache. Füllmaterial sucht man in Wilson’s Heart vergeblich.

Gruselfaktor: 3 / 5
Schockeffekte: 3 / 5
Spielmodus: Im Stehen
Fortbewegung: Teleportation zwischen vordefinierten Punkten
Spieldauer: 4 – 6 Stunden
Synchronisation: Texte sind ins Deutsche übersetzt

Wilson’s Heart ist im Oculus Store erhältlich und kostet 24,99 Euro.

3. Here They Lie

Unterstützte VR-Systeme: Playstation VR

Dieses frühe Arthouse-Meisterwerk des VR-Horrors ist von Filmen wie Erasherhead, Antichrist und Shining inspiriert.

Man schlüpft in die Rolle eines Mannes, der in einer bizarren Traumwelt gefangen ist und einer mysteriösen jungen Frau in eine dunkle Stadt folgt, die von bizarren und teils gefährlichen Gestalten heimgesucht wird.

Vereinzelt gibt es Schleichpassagen, im Großen und Ganzen verzichtet der Titel aber auf klassische Spielmechaniken. Von Zeit zu Zeit ruft ein Freund an und man kann Notizzettel und Bilder finden, die Hinweise auf die Geschichte geben. Vieles bleibt jedoch im Dunkeln, so wie der unheimliche Ort selbst.

Here They Lie setzt statt plötzlichen Schockmomente und Sturzbäche von Blut auf psychologischen Horror. Die visuelle Ästhetik des Spiels untermauert dabei das Unwirkliche und Albtraumhafte: Das Bild ist grobkörnig und unscharf, die Farben verblasst. Spielt man es, hat man das Gefühl, als wäre man in einen alten Schwarzweißfilm versetzt.

Gruselfaktor: 5 / 5
Schockeffekte: 2 / 5
Spielmodus: Im Sitzen spielbar
Fortbewegung: Fließende Fortbewegung mit künstlichen Drehungen in Gradschritten
Spieldauer: 8 – 10 Stunden
Synchronisation: Vollständige deutsche Synchronisation

Here They Lie ist im Playstation Store erhältlich und kostet 19,99 Euro.

2. A Chair in a Room: Greenwater

Unterstützte VR-Systeme: HTC Vive, Oculus Rift

Wenn eine VR-Erfahrung beweist, dass Virtual Reality intensiver wirkt als herkömmliche Medien, dann Greenwater. Gefangen in der Dunkelheit, nur mit einer Taschenlampe bewaffnet und ohne eine schützende Mattscheibe vor den Augen, fühlt man sich der Computerwelt physisch und psychisch ausgeliefert. Und das teils in einem Ausmaß, bei dem man wahrhaftig nicht mehr von einem Gruselvergnügen oder angenehmen Nervenkitzel sprechen kann.

Der Spieler findet sich mit einer Amnesie in einer geschlossenen Nervenheilanstalt wieder und muss schrittweise sein Gedächtnis zurückholen. In kapitelartigen Rückblenden erlebt man die eigene, verstörende Vorgeschichte und deckt eine unheimliche Verschwörung auf.

Künstliche Fortbewegung gibt es in A Chair in a Room nicht. Das Spiel passt die Fläche der digitalen Umgebung (meist ein Zimmer) an die eigene Trackingfläche an, so dass die reale und virtuelle Welt übereinstimmen. So kann man sich ganz natürlich innerhalb des VR-Spiels bewegen. Das sorgt für maximale Immersion und verhindert Bewegungsübelkeit.

Gruselfaktor: 5 / 5
Schockeffekte: 5 / 5
Spielmodus: Im Stehen
Fortbewegung: Natürliche Bewegung (Virtueller und realer Raum stimmen überein)
Spieldauer: 8 – 10 Stunden
Synchronisation: Keine Übersetzung

A Chair in a Room: Greenwater ist bei Steam für HTC Vive und Oculus Rift erhältlich und kostet 22,99 Euro. Das Spiel bietet seit Juni 2017 volle Oculus-Touch-Unterstützung.

1. Resident Evil 7

Unterstützte VR-Systeme: Playstation VR

Resident Evil gehört nicht von ungefähr auf den ersten Platz dieser Liste. Der Titel ist nicht nur eine haarsträubende Horrorerfahrung, sondern auch eines der besten und ausgereiftesten VR-Spiele überhaupt.

Mit dem siebten Teil von Resident Evil entfernt sich Capcom von der Actionlastigkeit vergangener Titel und besinnt sich auf die Tugenden, die die Marke groß gemacht haben. Die Geschichte konzentriert sich auf einen einzigen Schauplatz, der dem Spieler wieder gekonnt das Fürchten lehrt. Der neueste Ableger nutzt außerdem zum ersten Mal die Blickperspektive, was das Erlebnis noch intensiver macht.

In Resident Evil 7 verkörpert man Ethan Winters, der auf einer verfallenen Farm im südlichen Bundesstaat Louisana verzweifelt nach seiner verschwundenen Frau sucht. Die Farm und die umliegende Plantage sind im Besitz der Familie Baker, die vor Jahren unter ungeklärten Umständen verschwunden ist.

Gruselfaktor: 5 / 5
Schockeffekte: 5 / 5
Spielmodus: Im Sitzen spielbar
Fortbewegung: Fließende Bewegung mit künstlichen Drehungen in Gradschritten
Spieldauer: 10 – 12 Stunden
Synchronisation: Texte sind ins Deutsche übersetzt

Resident Evil ist im Playstation Store erhältlich und kostet 69,99 Euro.

Letzte Aktualisierung am 14.12.2017 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API / Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

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