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Virtual Reality: Diese VR-Erfahrung kann im Falle eines Feuers Leben retten

von Tomislav Bezmalinovic22. März 2017

Man wacht mit einem stechendem Geruch in der Nase auf und sieht Rauch aufsteigen. Keine Frage: Im Haus ist ein Feuer ausgebrochen. Die allerwenigsten Menschen werden jemals in eine solche Situation geraten. Doch wenn es passiert, zählt jede Sekunde. Um Menschen beizubringen, wie sie sich im Falle eines Hausbrands verhalten müssen, hat die neuseeländische Feuerwehr eine VR-Erfahrung namens “Escape My House” entwickelt.

Die VR-Erfahrung besteht aus einer Reihe von interaktiven 360-Grad-Videos, die den Nutzer in ein brennendes Haus versetzen. Hier hat man die Möglichkeit, verschiedene Fluchtwege einzuschlagen und lernt dabei, weshalb manche von ihnen in eine lebensgefährliche Sackgasse führen. Die Nutzer müssen unter Zeitdruck handeln: Ein Thermometer zeigt an, wie schnell die Temperatur auf bis zu 900 Grad Celsius steigt.

Die Feuerwehr der neuseeländischen Stadt Palmerston North will die Bürger mit der App ermutigen, Fluchtpläne für ihr Haus anzufertigen und einzuüben. “61 Prozent der Leute sagten, dass sie einen Fluchtplan hätten, aber nur 29 Prozent hatten einen solchen wirklich vorbereitet und einstudiert”, sagt der Feuerwehrmann Chris Kennedy, der das Projekt leitete, gegenüber Stuff.

Laut Kennedy muss man sich in den ersten paar Sekunden entscheiden, ob man das Feuer bekämpft oder lieber die Flucht ergreift. Deshalb sei es wichtig, dass man den richtigen Weg hinaus verinnerlicht hat. Wer sich die VR-Erfahrung ansieht, wird am Ende an einen Fluchtplaner der Feuerwehr weitergeleitet. Kennedy hofft, dass danach mehr Menschen bereit sind, Vorkehrungen zu treffen.

Aufgezeichnet wurde das Filmmaterial in einem baufälligen Haus, das von Feuerwehrleuten eigens für die App unter kontrollierten Bedingungen in Brand gesetzt wurde. Escape my House kann man sich mit Google Cardboard oder ohne VR-Brille mit mobilen und stationären Geräten ansehen. Die Internetseite zum Projekt findet man hier.

| Featured Image: New Zealand Fire Service | Source: Stuff

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