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Virtual-Reality-Dokumentation der Times gewinnt beim World Press Photo Award

von Carolin Albrand24. April 2016

Wenn das kein Achtungserfolg für das neue virtuelle Medium ist: Eine Virtual-Reality-Dokumentation der New York Times gewinnt bei den renommierten World Press Photo Awards.

Nominiert und siegreich in der Kategorie “Innovatives Storytelling” war die 360-Dokumentation “The Displaced”. “Die Medienlandschaft verändert sich konstant und die Zukunft ist nicht fix”, sagt Lars Boering, Manager bei der World Press Photo Foundation. “Das übt einerseits auf viele einen enormen Druck aus, aber es bietet Reportern und Geschichtenerzählern auch die Chance, zu forschen und innovativ zu arbeiten.”

Die Doku “The Displaced” erzählt in rund elf Minuten die Geschichte dreier Kinder, die im Krieg vertrieben wurden und so ihre Heimat verloren. Umgesetzt wurde das immersive Erzählstück gemeinsam mit den Virtual-Reality-Produzenten von VRSE. Laut dem VR-Filmemacher Ben C. Solomon von der New York Times stecken 360-Produktionen noch in den Kinderschuhen. Solomon freut sich besonders auf eine vielversprechende Zukunft von Virtual Reality im Journalismus. “Was wirklich aufregend ist, sind nicht die Sachen, die wir bisher gedreht haben, sondern die, die wir drehen können, wenn die Technologie besser ist und wir das Storytelling besser verstehen”, sagt der 28-Jährige.

“The Displaced” war auch Teil einer Promoaktion, bei der die New York Times vergangenen November eine Million Cardboard VR-Brillen an ihre Abonnenten verschenkte. Das sorgte für zahlreiche positive Reaktionen in den sozialen Medien – auch ohne Highend-VR in gerenderten Umgebungen. Das Geschäft mit der virtuellen Realität ist für die New York Times offenbar schon jetzt lukrativ, weitere Aktionen sind in Planung. “Obwohl Cardboard nur eine Zwischenlösung ist, hat es gut funktioniert. Die Leute haben das Konzept verstanden, es ausprobiert und mochten es so sehr, dass sie die Pappbrille behalten haben. […] Die Zuschauer sind jetzt da und das Interesse der Marken ist groß. Wir haben bereits Geld mit Virtual Reality verdient und werden auch in 2016 daran verdienen”, sagt Mark Thompson, CEO der New York Times Company.

“The Displaced” kann man direkt bei YouTube ansehen oder wahlweise die New York Times VR-App oder die App von VRSE für Android oder iOS herunterladen. Die VRSE-App ist auch für Samsung Gear VR verfügbar.

| Featured Image: New York Times | Source: New York Times