2

Virtual-Reality-Enthusiasten sind “dynamisch, zielstrebig und konsumaffin”

von VRODO25. August 2016

Auf diese Überschrift muss man als VR-Enthusiast doch klicken, oder nicht? Ein Marktforschungsinstitut untersucht Profile von VR-Interessierten. Das Ergebnis: Sie sollen beruflich ambitionierter sein – aber strenger riechen.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist Virtual Reality ein Nischenmarkt und richtet sich entsprechend an ein Nischenpublikum. Doch wie tickt die Nische eigentlich? Das Marktforschungsinstitut Yougov hat aus der eigenen Datenbank eine Stichprobe von 627 Personen gezogen, die in ihrem Profil angeben, in den nächsten zwölf Monaten eine VR-Brille kaufen zu wollen. Diese Stichprobe wurde dann mit den Profilen von 6216 Personen ohne VR-Interesse abgeglichen. Anhand der Unterschiede wurde anschließend ein Profil des typischen VR-Enthusiasten entworfen.

Laut Yougov erfüllen die vornehmlich männlichen und jüngeren VR-Enthusiasten gängige Gamer-Klischees. So ein Klischee ist offenbar, dass man es nicht ganz so eng mit der Körperhygiene nimmt und auf entsprechende Pflegeprodukte verzichtet – 35 Prozent geben das an. Ein Drittel der VR-Enthusiasten glaubt dazu passend, dass Äußerlichkeiten keine große Rolle spielen. Bei der Stichprobe ohne VR-Interesse gehen davon nur zehn Prozent aus.

Raus aus der Komfortzone, rein in die Virtual Reality

So viel zu den schlechten Nachrichten. Positiv vermerkt YouGov, dass die Gruppe der VR-Begeisterten dynamisch und in beruflichen Dingen zielstrebiger sei als die Vergleichsgruppe. Sie gäben häufiger an, dass sie berufliche Themen, die sie weiterbringen, eigenständig vorantreiben und seien dazu bereit, Risiken einzugehen und die Komfortzone zu verlassen. Veränderungen machen ihnen weniger Angst und sie suchen nach Herausforderungen. Laut Yougov informieren sich VR-Fans hauptsächlich übers Internet und kommen entsprechend nicht gut darauf klar, wenn man ihnen dieses entzieht.

Wie enthusiastisch die Enthusiasten aus der Yougouv-Auswertung wirklich sind, darf kritisch hinterfragt werden. Zum einen besitzen sie noch keine VR-Brille – obwohl das möglich wäre – sondern äußern nur eine Kaufabsicht. Zum anderen interessieren sie sich in erster Linie für günstige Lösungen wie Cardboard oder Gear VR. Erst danach folgen Highend-Brillen wie Oculus Rift oder HTC Vive. Und das obwohl die besagte Zielgruppe angeblich schlechter mit Geld haushalten kann als die zweite Stichprobe im Vergleich.

| Source: Yougov | Featured Image: Pixabay, Lizenziert nach CC0