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Virtual Reality: Exzentrisch, intensiv, berauschend – “Chocolate” ausprobiert

von Tomislav Bezmalinovic18. August 2017

Ich gebe zu: Ich habe nicht viel erwartet, als ich “Chocolate” startete. Kurze und experimentelle VR-Erfahrungen sind schließlich Dutzendware. Doch als ich nach dreimaligem Durchlauf die VR-Brille absetzte, hatte ich ein breites Grinsen auf dem Gesicht, während mein Hirn immer noch damit beschäftigt war zu verstehen, was es da gerade erlebt hat.

Chocolate ist ein sinnlich berauschendes, interaktives VR-Musikvideo, das auf dem gleichnamigen Elektro-Song des US-Musikproduzenten Giraffage beruht. Erstmals gezeigt wurde es Anfang des Jahres auf dem Sundance Film Festival.

Während des knapp dreiminütigen Erlebnisses wird man zu einem Roboter, der sich inmitten einer neonfarbenen Landschaft von Tänzerinnen mit Katzenmasken umringt sieht und Bündel von Katzen in den funkelnden Himmel oder in die Runde verschießt, während sämtliche Bildelemente zum Beat pulsieren. Der Schöpfer Tyler Hurd erklärt die Geschichte gegenüber The Verge folgendermaßen:

“Du bist ihr Roboter-Gott und sie führen einen rituellen Tanz für dich auf, damit du sie mit ihrer kostbaren Ressource, nämlich niedlichen Kätzchen, versorgst. Die Kätzchen gehen in der Landschaft auf und frischen das Ökosystem auf. Und dann kommt die große Katze, die ihr Götze oder Anführer ist. Ich nenne sie einen Katzengott. Er ist Teil des Rituals, deshalb hat er die Champagnerflasche bei sich. Er ist ziemlich begeistert, dass er zum Ritual beitragen darf, während du sie weiter mit Kätzchen versorgst.” Na, alles verstanden?

Ein Destillat der Virtual Reality

Produziert wurde Chocolate vom VR-Studio Gentle Manhands, das vom Künstler Tyler Hurd gegründet wurde. Hurd arbeitete für Tim Schafers Spielestudio Double Fine Productions und produziert seit 2014 VR-Erfahrungen. Bekannt wurde er durch seine VR-Animationsfilme Butts und Old Friend.

Obwohl sich VR-Inhalte immer mehr in Richtung reichhaltigere Spiele bewegen, beweisen kurze, aber verdichtete VR-Häppchen wie Chocolate, dass es eine Nische für schnelle, hochwertige VR-Filme gibt, die man zwischendurch, aber dafür immer wieder gerne ansieht.

Ich denke an den VR-Film “Dear Angelica”, den ich mir mehr als ein Dutzend Mal angesehen habe oder bestimmte Szenen aus Miyubi. In die richtige Form gebracht, sind gute VR-Filme wie das Destillat der Virtual Reality: ein ganzheitliches, intensives und berauschendes Erlebnis.

Chocolate ist ab sofort für 1,99 Euro bei Steam und im Oculus Store erhältlich. Ab 24. August kostet die VR-Erfahrung 2,99 Euro. Die VR-Erfahrung ist für die haptische Weste von Subpac optimiert, sodass man die Musik nicht nur hören, sondern auch fühlen kann.

| Featured Image: Viacom NEXT / Gentle Manhands

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