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Virtual Reality für die Xbox: Scorpio kommt mit Fallout 4 VR [E3 2016]

von Matthias Bastian13. Juni 2016

Aus Gerüchten werden Tatsachen: Project Scorpio ist wahr und wird die nächste Xbox. Die Konsole kommt Ende 2017 und bietet auch Unterstützung für Virtual-Reality-Brillen. Der genaue VR-Partner steht aber noch nicht fest.

Laut Microsofts Xbox-Teamchef Phil Spencer soll “Scorpio” die leistungsfähigste Konsole werden, die jemals gebaut wurde. Kein Kunststück, das Gerät erscheint ja auch erst Ende 2017. Unter anderem soll in der neuen Konsole ein Prozessor mit acht Kernen und eine GPU mit 6 Teraflops Rechenleistung arbeiten. Phil Spencer: “Diese Konsole wurde speziell für 4K-Gaming und Highend-Virtual-Reality entworfen.”

Eine eigene VR-Brille von Microsoft wurde zwar nicht gezeigt, aber das ist offenbar auch nicht der Plan der Redmonder. Die neue Konsole scheint so offen konstruiert zu sein, dass man gängige PC-Brillen daran anschließen kann. Darauf deutet unter anderem die Bekanntgabe einer Scorpio-Version von Fallout 4-VR an, das kurz zuvor von Bethesda bislang exklusiv für HTC Vive angekündigt wurde.

Microsofts neue Strategie lautet nämlich: Spielekompatibilität über alle Plattformen hinweg. “Wir spielen Spiele auf mehr als nur einem Gerät und wir wollen diesem Anspruch gerecht werden”, sagt Phil Spencer. Alle auf der E3 angekündigten Spiele laufen sowohl auf der alten als auch der neuen Xbox-Konsole, mit Windows 10-Computern und im Falle der Minecraft-VR-Version für Gear VR sogar zwischen verschiedenen Ökosystemen (Windows, Xbox, Android, Oculus). Sollten Virtual-Reality-Spiele auf Windows-10-Basis unterstützt werden, dann könnte auch Facebooks Oculus Rift mit der neuen Xbox-Konsole kompatibel sein; entsprechende Gerüchte gab es schon im Vorfeld der E3 2016.

Seitens Microsoft wäre das ein cleverer Schachzug, der ausreichen sollte, um Sonys Playstation VR zu kontern. Allerdings sind die Redmonder noch nicht dazu bereit, einen VR-Partner offiziell zu benennen. Xbox-Chef Spencer bezeichnet Scorpio allerdings als “sehr attraktive Plattform” für VR-Unternehmen, die bereits am Markt aktiv sind. “Wir haben die Plattform so gebaut, dass man etwas einstecken kann und es funktioniert einfach.”

Generell könnte die VR-Industrie enorm von dieser Ankündigung profitieren: Wenn Microsoft eine einfach zu bedienende, verhältnismäßig günstige Plattform in die Wohnzimmer vieler VR-Interessierten stellt, die leistungsfähig genug ist, um gängige Virtual-Reality-Brillen mit hochauflösenden Inhalten zu befeuern, dürfte das dem Abverkauf von Hard- und Software nur dienlich sein.

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| Featured Image: Microsoft (Screenshot)