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Virtual Reality: Gemeinsam erlebte Multi-User-Stories als Zukunftsvision

von Matthias Bastian3. September 2016

Chris Milk ist Filmemacher und Gründer der VR-Produktionsfirma Within. Er sieht die Zukunft des Mediums in Stories, die man gemeinsam mit anderen Menschen erleben kann.

Geht es nach Milk, dann ist die Zukunft von VR weder das Videospiel noch ein 360-Video oder cineastische Inhalte. Stattdessen soll die virtuelle Realität in Zukunft Begebenheiten aus dem realen Leben wiedergeben können – aber nur die, die besonders toll seien.

“Das kann der schönste Nachmittag sein, den man jemals hatte. Für eine andere Person ist es vielleicht eine romantische Komödie oder ein Action-Film. Und dann gibt es Erfahrungen, für die wir jetzt das Genre noch gar nicht kennen. Es könnte sich einfach nur ums ‘Erforschen’ drehen”, sagt Milk im Interview mit Singularityhub. Sein Ziel mit Within: Er möchte dazu beitragen, die Sprache des neuen Mediums zu erforschen.

Besonders der Multi-User-Aspekt soll bei zukünftigen VR-Erlebnissen eine entscheidende Rolle spielen. Bislang könne man zwar nur einfache 360-Videos simultan abspielen, in Zukunft aber solle der Besuch mit Freunden in VR deutlich interaktiver werden und sich wie ein gemeinsamer Abenteuerausflug anfühlen.

Künstliche Intelligenz als Schlüsseltechnologie für Virtual Reality

Im Vergleich zum Kino, Radio, Literatur oder TV sieht Milk die virtuelle Realität nicht als neues Medium, sondern als Grundlagentechnologie, die der Manipulation der menschlichen Sinne diene. Andere Medien könnten nur externe Eindrücke einer Begebenheit vermitteln, während die virtuelle Realität die Gelegenheit böte, als Augenzeuge vor Ort zu sein und den Inhalt aus erster Hand zu erfahren. So wie im echten Leben.

Damit die VR-Erfahrungen aus Milks Vision Realität werden können, brauche es Fortschritte einer anderen Technologie: Der künstlichen Intelligenz. “Das Ziel ist es, eine Geschichte zu erschaffen, in der man sich nicht wie in einem Film oder in einem Videospiel fühlt, sondern etwas erfährt, das sich wie das echte Leben anfühlt.” Dafür brauche es vollständig gerenderte Umgebungen und Menschen sowie andere Charaktere, die fotorealistisch aussehen und sich dem eigenen Verhalten anpassen.

Im Kern beschreibt der VR-Filmproduzent damit eine Art Metaverse, wie es von einer Reihe von VR-Enthusiasten aus dem Silicon Valley als Endziel ausgegeben wird. “Ich denke, dass VR den Geschichten aus unserem echten Leben immer ähnlich wird.”

| Featured Image: VRSE | Source: Singularityhub