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Virtual Reality: Google erweckt mit Naturkundemuseen Saurier zum Leben

von Tomislav Bezmalinovic26. September 2016

Google hat sein groß angelegtes Digitalisierungsprojekt um das Themengebiet Naturkunde erweitert. Den Glanzpunkt setzen zwei aufwendig animierte 360-Grad-Videos, in denen zwei Saurier direkt vor den Augen des Museumsbesuchers zum Leben erweckt werden.

Google arbeitet schon seit längerem daran, das kulturelle Erbe der Menschheit zu digitalisieren und im Internet zugänglich zu machen. Im Juli dieses Jahres gingen einige vergangene Projekte in einer neuen Plattform namens Google Arts & Culture auf. Diese bietet Zugriff auf digitalisierte Kunstwerke und Artefakte aus mehr als 1000 Museen und 70 Ländern. Die dazugehörige App für iOS und Android verfügt auch über Inhalte, die für Virtual Reality optimiert sind. So kann man sich mit Google Cardboard auf virtuelle Touren durch Museen oder Kulturstätten begeben.

Nun wurde Google Arts & Culture in Kooperation mit sieben naturhistorischen Einrichtungen aus dem deutschsprachigen Raum und 50 weiteren internationalen Museen um ein Projekt erweitert, das dem Nutzer auf vielfältige Weise das Thema Naturkunde näherbringt. Hierfür werden der Öffentlichkeit 300.000 Fotos und Videos von Exponaten, 150 interaktive Geschichten und über 30 Ausstellungen zugänglich gemacht.

“Diese Objekte stammen von den weltweit größten Expeditionen und wurden von den größten Forschern zusammengetragen – sie kommen nun erstmals auf einer gemeinsamen Plattform, an einem gemeinsamen Ort zusammen. Die Sammlungen stellen die größte Informationsquelle auf diesem Planeten dar”, so Prof. Johannes Vogel, Generaldirektor des Museums für Naturkunde Berlin.

Virtuelle Wiedergeburt zweier Dinosaurier

Den Glanzpunkt des neuen Projekts setzen die 360-Grad-Videos, in denen zwei Dinosaurier zum Leben erweckt werden. Das erste Video wurde im Berliner Naturkundemuseum vor dem Skelett eines Giraffatitanen aufgenommen, der mit 26 Metern Höhe einer der größten Dinosaurier war. Dieser wird lebendig animiert und wandelt durch die große Halle und über den Museumsbesucher hinweg.

Im zweiten Video geschieht dasselbe mit einem Rhomaleosaurus, dessen Skelett im Londoner Natural History Museum ausgestellt ist. Da es sich hierbei um einen Dinosaurier handelt, der im Wasser lebte, wird der virtuelle Museumskorridor im Video geflutet. Besonders eindrücklich müssen diese Erlebnisse wirken, wenn man sie sich mit Google Cardboard direkt vor Ort ansieht.

Google Arts & Culture ist für iOS und Android verfügbar. Lehrende, die ihre Schüler im Klassenzimmer auf virtuelle Expedition mitnehmen möchten, ist die kostenlose App Google Expeditions zu empfehlen. Mit der Abteilung Naturkunde wurden der Anwendung mehr als 20 neue Expeditionen hinzugefügt.

| Featured Image: Google / Naturkundemuseum Berlin