Das neue OLED-Display wurde speziell für VR-Brillen entworfen. Die Pixeldichte soll bei 1.443 ppi liegen.

Im Mai 2017 gab Googles VR- und AR-Chef Clay Bavor auf der Display Week in Los Angeles bekannt, dass sein Unternehmen mit Sharp und “einem führenden OLED-Hersteller” – sehr wahrscheinlich LG – an VR-optimierten Screens mit bis zu 20 Megapixel arbeitet. Mit Sharp versucht Google, die Reaktionszeiten herkömmlicher LC-Displays VR-tauglich zu machen.

Ein Jahr später – im Mai 2018 – wird Google an gleicher Stelle wohl die Früchte dieser Kooperationen präsentieren: Ein neu entwickeltes OLED-Display soll eine Auflösung von 18 Megapixel bei einer Screen-Größe von 4,3 Zoll bieten. Die Bildwiederholrate soll bei 120 Hz liegen und das Display speziell für VR-Brillen mit weitem Sichtfeld gedacht sein.

Entdeckt wurde diese Information von der Webseite OLED-Info, die vorab einen Blick ins Programm der kommenden Display Week warf. Dort wird ein Vortrag des Google Hardware-Ingenieurs Carlin Vieri angekündigt mit dem recht aussagekräftigen Titel: “18 Mpixel 4.3-in. 1443-ppi 120-Hz OLED Display for Wide-Field-of-View High-Acuity Head-Mounted Displays”.

Die Webseite schätzt anhand dieser Angaben, dass die Auflösung des Displays bei 5.500 mal 3.000 Bildpunkten liegen könnte.

Zuspieler sind noch nicht reif für Highend-VR-Displays

Mit dieser Auflösung und Pixeldichte hätte Google die Nase im Display-Wettrennen wohl erstmal deutlich vorne. Samsung kündigte im Mai 2017 ein VR-OLED-Display mit 3,5 Zoll bei einer Pixeldichte von 858 ppi an (120 Hz, HDR). Und das Gemeinschaftsunternehmen Japan Display, ein Zusammenschluss von Sony, Hitachi und Toshiba, versprach im Dezember 2017 ein 3,6 Zoll großes LC-Display mit einer Auflösung von 2.160 x 1.920 Bildpunkten (90 Hz). Das entspricht rund 803 ppi.

Zum Vergleich: HTCs neue VR-Brille Vive Pro schafft circa 615 ppi, Oculus Rift liegt bei circa 450 ppi, Playstation VR kommt auf 390 ppi. Allerdings: Schon Vive Pro stellt hohe Anforderungen an die Leistungsfähigkeit des PCs.

Das neue Google-Display dürfte daher auf absehbare Zeit nicht in einer kommerziellen VR-Brille verbaut werden, sondern eher als Machbarkeitsnachweis dienen. Bis die Zuspieler-Hardware genug Leistung für eine native Display-Auflösung von 5.500 mal 3.000 Pixeln pro Auge bei 120 Bildern pro Sekunde und einer guten Grafik bietet, dürften noch Jahre vergehen – es sei denn, neue Rendertechnologien wie Foveated Rendering setzen sich zeitnah durch. Jedoch könnte ein Display mit hoher Pixeldichte auch dann eine bessere Bildqualität bieten, wenn ein niedriger aufgelöstes Eingangssignal sauber hochskaliert wird.

Vielleicht schafft auch eine andere Display-Technologie die Marktreife, die mit dem klassischen Pixelparadigma bricht: Auf der Display Week wird beispielsweise über VR-Brillen mit Lichtfeld-Screens gesprochen.

Update: Hinweis bzgl. Skalierung eingefügt.

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