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Virtual Reality: Hochentwickelter Motorradsimulator vorgestellt

von Tomislav Bezmalinovic20. Mai 2017

Das niederländische Unternehmen Cruden baut seit den frühen 90er Jahren hochentwickelte Simulatoren für professionellen Anwender. Nun bringt der Hersteller einen Motorradsimulator auf den Markt, der für ein besonders immersives Fahrgefühl Oculus Rift einsetzt.

Zu Crudens Kunden gehören nebst Automobilherstellern wie BMW, Mercedes-Benz und Porsche, auch Universitäten, professionelle Rennteams und Organisationen, die für die Straßenverkehrssicherheit zuständig sind.

Die neuste Entwicklung des Unternehmens ist der Motorradsimulator “B306-HMD”. Das Setup umfasst nicht nur Hardware, sondern auch alle Programme, die zum Betrieb der Simulation nötig sind.

Ein Softwarepaket namens Panthera enthält eine Grafikengine mit integrierter Physiksimulation, sowie Kontrollen für die hydraulische Bewegungsplattform, den Fußschalthebel, den Gasdrehgriff und die Instrumententafel. Die Parameter der Simulation lassen sich feinanpassen, Analysewerkzeuge werten die virtuelle Fahrt aus und liefern dazu wertvolle Daten.

Tiefenkameras erfassen Körperbewegungen

Cruden stellt seit 2005 Motorradsimulatoren her. Der Bau solcher Gerät stellt die Ingenieure vor besondere Herausforderungen, da das Motorradfahren eine starke physische Komponente hat: Motorradfahrer setzen anders als Autofahrer das eigene Körpergewicht ein, um das Fahrzeug zu steuern.

Um zu messen, in welche Richtung sich der Fahrer neigt, setzt Crude nicht auf herkömmliche Sensoren, die den Druck auf den Sattel oder die Fußstütze registrieren. Stattdessen verwenden sie Tiefenkameras, die die Position des Körpers im Raum erfassen und in die mechanische und visuelle Simulation übertragen. Das Steuer simuliert ergänzend dazu den Widerstand beim Gegensteuern.

Ein freier Blick in die Umgebung

Eine weitere Besonderheit des Motorradfahrens ist, dass man die Umgebung unverstellt wahrnimmt. Um dieses visuelle Erlebnis zu ermöglichen, verzichtet Crude auf eine aufwendige Leinwandprojektion und setzt stattdessen auf eine Oculus Rift. Die Ingenieure schreiben, dass mit der VR-Brille ein bisher nicht dagewesener Grad an Immersion erreicht wird.

Für eine realistische Soundkulisse hat das Unternehmen mit fünf hitzebeständigen Mikrofonen die Motorgeräusche einer Yamaha R6 und einer Ducati 848 Evo aufgezeichnet.

Crude will den Simulator an Forschungseinrichtungen verkaufen, die in einer kontrollierten und sicheren Umgebung Fahrtests durchführen wollen. Er könnte außerdem für das Training professioneller Rennfahrer oder die Feinabstimmung von Fahrzeugdynamiken eingesetzt werden.

Wer Interesse hat, kann unter dieser E-Mail-Adresse eine Offerte anfragen.

| Featured Image: Cruden | Source: VR Focus

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