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Virtual Reality: HTC will langfristig Schlüsselposition einnehmen

von Carolin Albrand4. Februar 2016

Auf der quartalsmäßigen Telefonkonferenz zu Finanzthemen diskutierte HTC-Finanzchef Chia-lin Chang auch die Pläne für HTC Vive und Virtual Reality. Unter anderem erklärte er, dass HTC langfristig eine Schlüsselposition auf dem wachsenden Markt einnehmen will.

Dafür sieht Chang allerdings keine Notwendigkeit, sich aussschließlich auf den VR-Markt zu konzentrieren. Vielmehr ginge es darum, sinnvolle Synergien zwischen den einzelnen Geschäftsbereichen zu entwickeln. Auch wenn Virtual Reality, Smartphones und Connected Devices von außen so aussähen, als seien es verschiedene Themen, würde man “die Produkte intern als eng miteinander verknüpft sehen”, erklärt Chang den Analysten und Journalisten via Telefon. Dazu gehöre auch die HTC ReCamera, die langfristig ebenfalls in das Portfolio der “mobilen Virtual-Reality-Lösungen” passen würde – hier wählt Chang seine Worte sehr überlegt. Seine Äußerungen könnte man dahingehend auslegen, dass HTC neben der stationären VR-Brille Vive auch an einer mobilen Lösung im Stil von Samsungs Gear VR arbeitet. Explizit gesagt wird dies aber nicht.

Mit HTC Vive wolle man sich vorerst auf die Kernmärkte in den USA, UK und Deutschland konzentrieren, bis zu einem gewissen Grad auch China. Schon im Dezember gab HTC eine Kooperation mit ShunWang-Technology bekannt, Chinas größtem Software-Provider für Internetcafés; in eben diesen sollen sogenannte “Vive-Zones” eingerichtet werden. Damit sichert sich HTC Millionen potenzieller neuer Virtual-Reality-Nutzer, denn digitale Spiele werden in China vornehmlich in Internetcafés genutzt.

“Wir hoffen, dass Vive uns in 2016 nicht nur einen nennenswerten Umsatz, sondern sogar Gewinn beschert”, sagt Chang in der Telefonkonferenz. “Nennenswert” ist allerdings nicht unbedingt als Hinweis darauf zu verstehen, dass HTC wirklich mit großem Einnahmen aus den Vive-Verkäufen plant. Noch im Dezember äußerte Chang, dass die Erlöse außerhalb des Smartphone-Bereichs, dazu gehört HTC Vive, rund zehn Prozent des Umsatzes in 2016 ausmachen sollen.

Außerdem dürfte HTC kaum die Kapazitäten haben, derart große Stückmengen der Vive-Brille herzustellen und zu vertreiben, dass diese den Umsatz stark beeinflussen kann. HTC Vive ist auch in 2016 in erster Linie für Entwickler und Enthusiasten gedacht, ein Experiment, das sich am Markt beweisen muss. Das bestätigt Chang, spricht aber auch über eine langfristig Vision: “Es ist zu früh, um zu sagen, wie die Sache mit Virtual Reality ausgeht, wir haben aber sehr viel Ambition. […] In fünf bis zehn Jahren wollen wir eines der wichtigsten Unternehmen in diesem Ökosystem sein.” Dafür wolle sich HTC mittel- bis langfristig verschiedenen Geschäftsbereichen widmen und nicht nur Hardware herstellen.

Um HTCs Finanzen ist es seit geraumer Zeit nicht gut bestellt, seit April 2011 hat die HTC-Aktie fast 100 Prozent an Wert verloren und befindet sich auf einem Tiefpunkt. VR-Enthusiasten muss das aber keine Sorgen machen: Mit Valve hat HTC einen finanzstarken Partner, der großes Interesse an Virtual Reality hat. Die langfristige Unterstützung der VR-Brille ist wohl nicht gefährdet. Zur genauen Geschäftsbeziehung mit Valve wollte Chang sich nicht im Detail äußern, nannte das US-Unternehmen aber einen “wichtigen Partner”.

| SOURCE: HTC