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Virtual Reality: Im Immersive Web werden Links zu Portalen

von Matthias Bastian28. September 2016

Das US-Startup Janus VR hat es sich auf die Fahne geschrieben, das Fundament für ein dreidimensionales Web für die VR-Brille zu schaffen. Ein neues Video samt Web-Plattform zeigt, wie das aussehen könnte.

Zugegeben, an vielversprechenden Zukunftsvisionen mangelt es der VR- und AR-Branche derzeit nicht. Eher an hochwertigen Inhalten. Dennoch ist das Thema Web-VR sehr wichtig für die Zukunft der immersiven Medien.

Janus VR ist eines der Startups, das aus flachen Webseiten dreidimensionale Räume machen möchte, die in der Virtual Reality begehbar sind. Gegründet wurde das Unternehmen von echten Computer-Freaks: Karan Singh ist Professor für Informatik an der Universität Toronto, Mit-Gründer James McCrae war sein Student. Mittlerweile arbeiten rund 15 Mitarbeiter bei Janus VR am nächsten Internet.

Ein erster Prototyp des “Immersive Web” ist kostenlos online verfügbar und läuft mit Oculus Rift oder HTC Vive. Die 2D-Variante kann man hier direkt im Browser durchwandern. Dabei geht allerdings ein Großteil der VR-Wirkung verloren.

Webwelten werden über Portale miteinander verbunden

Anders ist es mit der VR-Brille auf dem Kopf: Hier lässt sich das Potenzial der verknüpften Webwelten zumindest erahnen, wenn man sich nicht von der noch sehr grobschlächtigen Präsentation ablenken lässt. Statt mit Links arbeitet das Entwicklerteam mit Portalen, die in Form von Türen dargestellt werden. Über diese Portale navigiert man innerhalb einer Webwelt und wechselt zwischen den von Nutzern generierten 3D-Umgebungen.

Von einer Chat-Bar über Videostreaming bis hin zu einer Reddit-Empfangshalle gibt es laut Janus VR schon tausende dieser “immersiven URLs”. Das ist der wesentliche Unterschied zu Metaverse-Konzepten wie Altspace VR und Co.: Bei Web-VR dürfen – wie im aktuellen WWW – alle Nutzer mitmachen und Inhalte beisteuern. Die notwendigen Werkzeuge und Anleitungen stellt Janus VR auf der eigenen Webseite bereit. Unter anderem engagieren sich Google und Mozilla stark und versuchen, technische Standards für das Virtual-Reality-Internet zu etablieren.

Keine Konkurrenz für den 2D-Browser

Natürlich kann ein solches 3D-Web das klassische 2D-Interface nicht in puncto Effizienz, Übersicht und Geschwindigkeit ersetzen. Das ist aber auch nicht das Ziel der treibenden Kräfte. Vielmehr geht es darum, das Web als Ort erfahrbar zu machen und Inhalte und Produkte, die darin angeboten werden, in drei Dimensionen darzustellen.

Eben das treibt einen guten Teil der Virtual-Reality-Bewegung an: Digitale Inhalte und Kommunikation übers Internet sollen natürlicher und sozialer werden. Zwar blendet man das Bewusstsein in der bekannten Realität aus, fühlt sich dafür aber in der Netzumgebung wesentlich präsenter im Vergleich zum Blick auf den flachen Monitor. Viele Informationsangebote lassen sich auf diese Art um eine Erfahrungsebene erweitern, beispielsweise die Wikipedia. Speziell Online-Communities oder Online-Shops könnten von dieser Entwicklung profitieren.

“Aktuelle Internet-Browser beruhen noch immer auf dem gleichen Konzept, das Menschen schon vor 20 Jahren benutzt haben. Seit dem Start des Internets hat sich nichts verändert! Das hier führt die Sache in eine völlig neue Richtung”, sagt Eric Hippeau, früherer Geschäftsführer der Medienunternehmen Huffington Post und Ziff-Davis und aktueller Investor bei Janus VR.

| Featured Image: Janus VR