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Virtual Reality im Museum: VR-Tour durch die Bronzezeit

von Carolin Albrand6. August 2015

Sätze, die man aus dem Museum kennt: Fass nichts an, sei leise oder bleib ruhig sitzen. Sätze, die man nicht kennt: Bitte applaudieren, bau die Statue um oder geh tauchen. Was real undenkbar wäre, wird in der virtuellen Realität schnell Wirklichkeit. Deswegen haben das British Museum und das National History Museum in London Virtual-Reality-Elemente in ihre Ausstellungen integriert.

Wir überlegen uns ständig neu, wie man Menschen eine neue Sichtweise auf die Welt geben kann. Die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Wir wissen, dass die Virtual-Reality-Technologie uns an Orte bringen kann, die wir eigentlich niemals besuchen könnten. Die VR-Ausstellung ist ein fesselndes Beispiel dafür, wie sich ein Museum durch Virtual Reality neu erfinden kann. Sir Michael Dixon, Direktor Natural History Museum

British Museum London.

British Museum London

Mit GearVR ausgestattet können Besucher des British Museums einen immersiven Rundgang durch die Ausstellung über die Bronzezeit unternehmen. Die 3D-Ausstellungsobjekte können von den Besuchern genau untersucht und von den Kuratoren des Museums unterschiedlich inszeniert werden. Wurde ein Messer für die Jagd verwendet oder doch eher zum Holz schnitzen? In der Realität können die Objekte häufig nur in einem Szenario dargestellt werden, da der Platz im Museum beschränkt und der Aufwand ein Ausstellungsstück zu präparieren hoch ist. Viele Ausstellungsstücke sind nur als Einzelstücke vorhanden. Der Kurator muss also überlegen, welche Inszenierung sinnvoll ist. Virtuell ist es deutlich einfacher, ein Ausstellungsstück in vielen unterschiedlichen Kontexten zu zeigen. Mit dem Blick durch GearVR ändert sich einfach die virtuelle Umgebung der Ausstellungsstücke und damit verbundene Geschichten können vielfältig dargestellt werden.

Virtual Reality gibt uns die Möglichkeit einen fantastischen neuen Kontext für Objekte der Ausstellung zu schaffen und neue Interpretationen der Ausstellungsstücke aus der Bronzezeit zu entdecken. Chris Michaels, Leiter der Digital- und Kommunikationsabteilung des British Museums

Die VR-Ausstellung ist erst ab 13 Jahren freigegeben, ähnlich wie Oculus Rift von Facebook. Das Museum stellt für Familien mit jüngeren Kindern stattdessen Tablets mit einer Augmented-Reality-App bereit. Anstatt durch eine VR-Brille sehen die Kinder die virtuellen Geschichten auf dem Display des Tablets. Ab fünf Personen können Familien außerdem einen speziellen Videoraum nutzen, der mit einem interaktiven 3D-Bildschirm ausgestattet ist.

Virtuelles Tauchen im Natural Hirstory Museum

Dort zeigt das Natural History Museum den Besuchern einen 15-minütige Kurzfilm in Virtual Reality, der sie in die Unterwasserwelt der ersten Erdbewohner entführt. Der vom bekannten Tierfilmer David Attenborough produzierte VR-Film “First Life” basiert auf den Forschungsergebnissen des Museums. Kooperationspartner des Projekts ist Samsung, weshalb der Elektronikkonzern dem Museum GearVR und passende Galaxy S6 Smartphones stellt.

GIF Auszug aus dem VR-Film

Für Samsung ist das nicht nur eine gute PR-Maßnahme, sondern auch eine Feldstudie – was ist mit Virtual Reality für Ausstellungen möglich und wie reagieren die Besucher auf die Inhalte? Sind sie bereit, eine VR-Brille in der Öffentlichkeit zu tragen? Bisher wurden hauptsächlich Gamer und Technik-Enthusiasten mit GearVR gelockt. Im Museum kommen auch Menschen mit der neuen Technologie in Kontakt, die noch wenig bis gar nichts über Virtual Reality wissen. Bisher wird das Angebot offenbar sehr gut angenommen.

Die VR-Ausstellung ist bei den Besuchern sehr beliebt. Wegen der hohen Nachfrage bieten wir jetzt mehr Geräte an und lassen die virtuelle Tour täglich laufen. Manche Besucher applaudieren nach der Vorstellung sogar. Emily Smith, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit Natural History Museum

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'Manche Besucher applaudieren hinterher.' #VirtualReality-Tour im British Museum. Klick um zu Tweeten

| VIA: BBC
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