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Virtual Reality: “Immersive Deck” – die deutsche Version von The Void?

von Matthias Bastian11. August 2016

Seit zwei Jahren tüftelt das Startup Illusion Walk an der eigenen Interpretation des Holodecks mit VR-Brille. In Berlin startet nun ein öffentlicher Beta-Test, für den sich Interessierte ab sofort kostenlos anmelden können.

Ähnlich wie die US-Arcade The Void setzt auch Illusion Walk auf den Ansatz der “Mapped Reality”. Dabei werden reale Umgebung und die virtuelle Realität passgenau übereinandergelegt. Das hat den Vorteil, dass die eigentlich nicht-stoffliche Virtual Reality plötzlich haptisch fühl- und anfassbar wird. Als Beispiele nennt Jim Rüggeberg, Geschäftsführer von Illusion Walk, Rüttelplatten, Gegenwind, Wände oder ein Steuerpult, das sich in der virtuellen Umgebung glaubhaft bedienen lässt.

Anders als vergleichbare Anbieter setzt Illusion Walk schon jetzt auf das Tracking des gesamten Körpers bis hin zu einzelnen Fingern. “Unser Benchmark ist das Klavierspielen in Virtual Reality”, sagt Rüggeberg. Zum Einsatz kommt unter anderem ein spezielles Inside-Out-Tracking-Verfahren, das es ermöglicht, eine potenziell unbegrenzte Anzahl an realen Nutzern im gleichen virtuellen Raum zusammenzubringen.

Illusion Walk mixt verfügbare VR-Hardware zu einem immersiven Erlebnis. Bild: Illusion Walk

Illusion Walk mixt verfügbare VR-Hardware zu einem immersiven Erlebnis. Bild: Illusion Walk

Illusion Walk entwickelt die nötige Hardware – vom Ganzkörperanzug bis zum Rucksack-PC – nicht selbst, sondern arbeitet mit einer Reihe von nationalen und internationalen Partnern zusammen. Das Ziel des Startups ist es, die einzelnen Bausteine für eine maximal-immersive Virtual-Reality-Erfahrung zusammenzuführen und die notwendige Software bereitzustellen. Rüggeberg nennt das eine “Fusionierung verschiedener Trackingsysteme”. Das Ergebnis soll möglichst modular und flexibel sein.

Obwohl Illusion Walk eigene immersive Inhalte umsetzt, ist das Startup offen für Ideen von Entwicklerstudios, die ihre vorhandenen Inhalte und Konzepte in die Virtual Reality bringen wollen. Das Konzept ist nicht auf Spiele oder einen bestimmten Raum beschränkt. “Wir starten jetzt mit dem Gaming, aber solche immersive Erfahrungen eignen sich für viele Bereiche, beispielsweise für Trainings oder Ausstellungen.” Illusion Walk bezeichnet sich selbst als “Immersive experience provider” und möchte Kunden – das können Organisationen oder Endverbraucher sein – individuelle Lösungen passend zum Anspruch liefern.

Zehn Jahre Vorsprung für Virtual Reality außer Haus

Rüggeberg sieht das Angebot nicht als Konkurrenz zum Markt für PC- oder Konsolen-Brillen. Das Erlebnis mit dem ganzen Körper in der virtuellen Realität zu verweilen und sich ohne künstliche Grenzen fortbewegen zu können, soll eine ergänzende und völlig neue VR-Erfahrung sein, die in den eigenen vier Wänden auf absehbare Zeit nicht umsetzbar ist. “VR-Erlebnisse in dieser Größenordnung und mit einer physischen Komponente können in den nächsten zehn Jahren nicht im Heimbereich umgesetzt werden”, sagt Rüggeberg. “Wir geben Besuchern das gute Gefühl eines gemeinsam überstandenen Abenteuers.”

Für den Beta-Test in Berlin kann man sich hier anmelden. Gezeigt wird ein erster Prototyp des selbstentwickelten Multi-User-Games KolossVR. Die VR-Erfahrung dauert etwa eine halbe Stunde, zusätzlich sollte man etwas Zeit für Feedback einrechnen.

Diskussion zum VR-Holodeck im VRforum.

| Featured Image: Illusion Walk