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Virtual Reality in Afrika: “Wir können von Anfang an dabei sein”

von Matthias Bastian14. Januar 2017

Die VR-Branche wird dominiert durch etablierte Unternehmen aus den USA und Startups mit Sitz im Silicon Valley. Asien und Europa bemühen sich, Schritt zu halten. Und was passiert in Afrika? Oder anders gefragt: Passiert überhaupt etwas?

Die Non-Profit-Organisation Electric South hat es sich zur Aufgabe gemacht, in Afrika über Virtual Reality zu sprechen. Die Organisation sitzt in Kapstadt. Von dort aus unterstützt sie afrikanische Künstler und Kreative mit finanziellen Mitteln und Betreuung, um VR-Projekte umzusetzen und Erfahrungen mit dem neuen Medium zu sammeln. Electric South wird unter anderem vom Goethe-Institut und Big World Cinema gefördert.

Im Oktober 2015 startete ein erster Workshop, bei dem Kreativteams aus allen Ecken von Afrika von bekannten Namen der VR-Branche angeleitet wurden. Unter anderem war Jessica Brillhart als Mentorin tätig, Googles Chefin für VR-Videos. Die Teams arbeiten an VR-Projekten, die Anfang 2017 ausgestellt werden.

Danach startet die zweite Workshop-Runde und die Rollen wechseln: Aus den Lernenden werden Lehrer und die jetzt erfahreneren VR-Entwickler bringen Neulingen die wichtigsten Grundlagen bei.

Vor einem Jahr gab es nicht einmal Gear VR

Im Team von Electic South arbeitet Ingrid Kopp, die sich seit über 15 Jahren mit interaktivem Storytelling und Dokumentationen beschäftigt. Im Interview mit SmartMonkeyTV spricht sie über den Stand der VR-Branche in Afrika.

Eine wichtige Grundlage sei es, so Kopp, dass Geld aus verschiedenen Quellen wie Stiftungen und Spenden und nicht allein von Marken und Unternehmen bereitgestellt würde. Die Geldgeber würden darüber entscheiden, wie sich die VR-Branche in Afrika entwickelt.

“Wir müssen herausfinden, wie VR in Afrika funktionieren kann. Die Leute im Silicon Valley müssen sich nicht damit beschäftigen, ob sie genug Bandbreite haben und wie sie eine Kamera bekommen. Dort denken sie nicht über Stories aus den Entwicklungsländern nach, das machen wir”, sagt Kopp. “Niemand weiß, was gerade passiert. Das ist eine große Chance für uns. Wir können von Anfang an dabei sein, gemeinsam mit allen anderen lernen.”

Die Gespräche, die in Afrika über VR geführt werden, seien sehr ähnlich wie jene in New York. Dort arbeitet Kopp als Beraterin für das Tribeca Filminstitut. Der Unterschied liege insbesondere im Zugang zu Ressourcen. “Wir können nicht einfach bei Oculus vorbeigehen oder eine Kamera leihen. Es gibt nicht viel Hardware.”

Im Vergleich zu 2015 habe sich die Situation schon gebessert. Damals hätte man für eine Ausstellung beinahe nicht genug Gear-VR-Brillen organisieren können. Mittlerweile bekäme man das Gerät im Handy-Shop.

Einige der in 2015 ausgestellten afrikanischen VR-Projekte kann man hier einsehen.

| Featured Image: Goethe Institut (Facebook)

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