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Virtual Reality: Intel zeigt neue VR-Brille mit Inside-Out-Tracking

von Matthias Bastian16. August 2016

Von innen nach außen: So funktioniert das optimale Tracking für mobile VR-Brillen, das nicht auf externe Sensoren angewiesen ist. Intel zeigt mit “Project Alloy” eine prototypische VR-Brille, die dieses Trackingprinzip zumindest rudimentär beherrscht.

Ganz neu ist das nicht, was Intel soeben auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz enthüllt hat. Denn im Kern basiert die Alloy-Brille auf Intels Realsense-Technologie, einer speziellen Kamera, die sich für das Tiefentracking eignet und die die Umgebung in Echtzeit scannen kann. Eine ähnliche Demo zeigte Intel bereits auf der CES 2016 Anfang Januar in Las Vegas.

“Wir glauben, dass das ein wichtiger Schritt ist”, sagt Geschäftsführer Brian Krzanich bei der Vorstellung von Project Alloy. “Auf diese Art kann man die physische und die virtuelle Welt miteinander verbinden.” Intel nennt das “Merged Reality”.

Denkbar sind beispielsweise Virtual-Reality-Anwendungen, in denen reale Möbelstücke in die virtuelle Umgebung integriert und somit nutzbar werden. Das kann auch ein Sicherheitsfaktor sein: Man stolpert nicht darüber. Außerdem soll die neue VR-Brille Hand- und Fingerbewegungen akkurat erfassen und eine natürliche Interaktion mit der virtuellen Umgebung ermöglichen – auch ohne spezielle 3D-Controller wie die Vive-Stäbe oder Oculus Touch.

Zur verbauten Hardware äußerte sich Intel nicht. Sehr wahrscheinlich werkelt in dem System das gleiche Smartphone mit Realsense- und Tango-Technologie, das schon bei der zuvor erwähnten Demo am Jahresanfang in eine mobile VR-Brille gelegt wurde. AMD hat mit Sulon Q eine ähnliche Hardware in Entwicklung.

Die Richtung stimmt, die Umsetzung noch nicht

Auch wenn Intels Ansatz die Zukunft für mobile VR-Lösungen sein dürfte – Microsoft, Oculus VR oder Google forschen ebenfalls am Inside-Out-Tracking – überzeugt die Demo bei der Entwicklerkonferenz noch nicht. Weder das Tracking im Raum noch der Hände scheint mit der gleichen Präzision und geringen Latenz zu arbeiten, wie das bei bereits erhältlichen Lösungen für den PC der Fall ist. Dafür ist die Intel-Brille komplett kabellos.

Ohnehin plant Intel nicht, in Konkurrenz zu Highend VR-Brillen wie Oculus Rift und Co. zu treten. Project Alloy wird im kommenden Jahren zusammen mit der Realsense-Schnittstelle als Open-Source-Projekt Entwicklern zugänglich sein, die auf dieser Basis eigene Hard- und Software konzipieren wollen.

Ergänzend zu Project Alloy kündigte Intel eine Kooperation mit Microsoft an. Inhalte für Windows sollen zukünftig für Intel-basierte VR-Hardware wie Project Alloy optimiert werden.

| Source: The Verge / Intel | Featured Image: Intel