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Virtual Reality: Journalisten testen neues Fortbewegungssystem

von Tomislav Bezmalinovic3. März 2017

Vor wenigen Tagen haben die Entwickler von Raw Data ihr neues Spiel vorgestellt. In “Sprint Vector” rennen Spieler gegen die Zeit oder einen menschlichen Mitspieler um die Wette und nehmen dabei ordentlich Fahrt auf: Mit bis zu 500 Kilometer pro Stunde jagt man die virtuellen Rennstrecken hinunter, während man Wände hochklettert, von Türmen hinunterspringt springt und Objekten ausweicht. Ein eigens entwickeltes Fortbewegungssystem soll Motion Sickness verhindern. Zwei Journalisten, die das Spiel auf der GDC ausprobieren durften, berichten von ihrer Erfahrung.

In Sprint Vector nimmt man Fahrt auf, indem man die realen Arme nach vorne streckt, die Triggertaste drückt und die Arme nach hinten wirft – so wie ein Skilangläufer, der sich mit den Stöcken vom Boden abstößt. Je höher die Geschwindigkeit dieser Bewegung ist, desto schneller bewegt man sich in der Virtual Reality fort. Vibrationen in den Controllern lassen den Spieler spüren, wie viel die Arme zur Fortbewegung beitragen, sodass er seine Form fortlaufend verbessern kann.

Um zu springen, muss man eine weitere Taste drücken, während man die Arme nach hinten wirft. Das richtige Timing vorausgesetzt, erhält man einen Geschwindigkeitsbonus. Hebt man mit den virtuellen Füße vom Boden ab, kann man durch die Luft navigieren, indem man mit den Controllern in die gewünschte Richtung zeigt. Wände erklimmt man mit Hilfe von darin eingelassenen Handgriffen und Objekten weicht man durch besondere Bewegungen des Kopfes und der Hände aus.

“All diese Fortbewegungsarten fügen sich zusammen und resultieren in einem mitreißenden Rennen durch die virtuelle Welt”, schreibt Ben Lang von Road to VR. Als Spieler habe man volle Kontrolle darüber, wie man durch das Level rast. Die verschiedenen Fortbewegungsarten könnten dabei auf kunstvolle Weise kombiniert werden, um schneller ans Ziel zu kommen.

Nicht für jedes Genre geeignet

Lang schreibt, dass man nicht mit Sicherheit sagen kann, ob bei dem Spiel niemandem schlecht wird, da Menschen ganz unterschiedlich auf künstliche Fortbewegung reagieren. Ihn hätte Sprint Vector jedoch in Staunen versetzt. “Es ließ mich nicht nur durch die Virtual Reality rasen, ohne dass mir schlecht wurde, sondern machte auch unglaublich Spaß”, schreibt Lang.

Sean Buckley von Engadget äußert sich ebenfalls positiv: “Alles, was ich über VR wusste, sagte mir, dass dieses Konzept nicht aufgehen kann. Aber als ich diesen frühen Prototyp ausprobierte, wurde mir klar, dass es funktioniert”. Buckley schreibt, dass ihm sicher schlecht geworden wäre, wenn er sich nur per Analogstick fortbewegt hätte.

Survios erklärt, dass der Schwung der Arme eine wichtige Rolle spielt. Am kritischsten sei die Startphase, in der man plötzlich beschleunigt. Durch die Bewegung der Arme würden die Sinnesorgane getäuscht, sodass keine Übelkeit aufkommt. Hat man erst einmal Fahrt aufgenommen, gewöhnt man sich an die künstliche Fortbewegung. Dass man sich dabei nur vorwärts bewegt, hilft ebenfalls, Motion Sickness zu vermeiden.

“Sprint Vector macht nicht nur extrem viel Spaß, es ist auch eine neue Art von VR-Erfahrung, die sich von der Krücke der Teleportation frei macht”, schreibt Buckley. Das Fortbewegungssystem sei zwar nicht für jedes Genre geeignet, aber es stelle dennoch einen gelungenen Versuch dar, neue Möglichkeiten zu finden, sich in virtuellen Welten fortzubewegen.

| Featured Image: Survios

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