Vor einem Jahr bezeichneten die Marktforscher von Superdata Research die VR-Branche als “größten Verlierer” im Weihnachtsgeschäft und korrigierten die Verkaufsprognosen nach unten. Laut einer Analyse von Ende November hätten im vierten Quartal 2017 noch weniger VR-Brillen über die Ladentheke wandern sollen. Dank der jüngsten Verkaufserfolge gehen die Marktforscher von besseren Quartalsergebnissen aus.

Ende November nannte Superdata Research vier Gründe, weshalb Virtual Reality im Weihnachtsgeschäft 2017 schlecht abschneiden wird. Die Hersteller würden entweder gar keine oder irreführende Werbung für Virtual Reality machen, wie Microsoft mit den “Mixed-Reality-Brillen”. Zweitens sei das Angebot an flachen AAA-Titeln für Playstation 4 an Weihnachten so groß, dass das Interesse an Playstation VR gering ausfallen werde.

Drittens würden der VR-Industrie trotz Skyrim VR und Fallout 4 VR noch immer zugkräftige Marken und AAA-Produktionen fehlen. Der vierte Grund schließlich liege in den enttäuschten Erwartungen an Google.

Das Unternehmen habe das VR-Rennen verloren: Daydream View sei zu teuer, um sich gegen Samsung Gear VR durchzusetzen. Außerdem würde mit HTCs Daydream-Rückzieher in diesem Jahr voraussichtlich keine autarke Daydream-Brille mehr erscheinen, zumal man vom zweiten Hersteller Lenovo nichts mehr gehört hat und das Weihnachtsgeschäft vor der Türe steht.

Die nächste Generation soll die Wende bringen

Da Sony die Zwei-Millionen-Grenze geknackt hat und Oculus Rift sich ebenfalls gut verkaufen soll, haben die Marktforscher ihre Prognose leicht nach oben korrigiert. Vor drei Wochen gingen sie für das vierte Quartal 2017 von circa 2,3 Millionen verkauften VR-Brillen aus, nun sollen es 2,7 Millionen Einheiten sein. Im Weihnachtsgeschäft 2016 sollen 2,5 Millionen VR-Brillen verkauft worden sein.

Insgesamt sollen die Verkäufe in diesem Jahr bei 8,5 Millionen Einheiten liegen, 2016 waren es laut Superdata 6,2 Millionen verkaufte Geräte. Laut Superdata Research wird die VR-Branche auch 2018 nur wenig wachsen, auch wenn im Laufe des Jahres noch mehr Inhalte erscheinen und mit tieferen Preisen zu rechnen ist.

Erst 2019 soll die Industrie mit der nächsten Generation VR-Brillen an Fahrt aufnehmen. Laut Superdata-Analystin Stephanie Llamas liege der Schlüssel zum Erfolg in autarken VR-Brillen, die keinen leistungsfähigen und teuren PC-Zuspieler benötigen.

“Die Leute sind noch immer enttäuscht vom Markterfolg, aber sie haben ihre Erwartungen angepasst. Wir glauben an eine Durchdringung des Massenmarkts in zwei bis fünf Jahren”, sagt Llamas.

| Featured Image: Superdata Research | Source: Venturebeat

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