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Virtual Reality: Keine Pornos in der VR-Spielhalle “The Void”

von VRODO16. August 2016

Auf Geister schießen ist ok, aber pornographische Inhalte wird es in der Virtual-Reality-Spielhalle “The Void” nicht geben. Die Macher schließen diese Möglichkeit mit Nachdruck aus.

Der ein oder andere Marktbeobachter geht davon aus, dass der gestellte Beischlaf der Virtual-Reality-Branche zum großen Durchbruch verhelfen könnte. Immersive Pornos sind im Vergleich zum 2D-Gegenstück wesentlich eindrücklicher und damit vermeintlich hochwertiger. In der Tat ist schon viel Bewegung im neuen Markt.

Eine Reihe namhafter Unternehmen aus der Erotikbranche bieten explizite 360-Videos an und verdienen damit Geld – wahrscheinlich mehr, als die gesamte Industrie für VR-Games. Eine VR-Erotikmesse, die vor wenigen Wochen in Japan stattfand, musste vorzeitig geschlossen werden, da der Andrang zu groß war. Dort wurden vornehmlich Teledildonics gezeigt, also Sexspielzeug, das mit dem Inhalt in der VR-Brille synchronisiert wird und so für noch mehr Überzeugungskraft sorgt. Und ein britischer Zukunftsforscher orakelte kürzlich im Auftrag eines Herstellers von Teledildonics, dass virtueller Sex in 2030 alltäglich ist.

“Einige haben uns gesagt, dass wir nicht überleben, wenn wir keine Pornos anbieten”

The Void erfindet mit Virtual-Reality-Technologie die Spielhalle neu. In einem Raum – in etwa so groß wie eine Lagerhalle – wird eine beliebige virtuelle Welt passgenau auf die bekannte Realität gelegt. Das Ergebnis ist eine glaubhafte und greifbare Mischrealität, von den Erfindern auf den Namen “Hyper-Reality” getauft. Noch konzentriert sich The Void auf digitale Spiele. Aber die Technologie ist flexibel und könnte für alle Arten von virtuellen Erfahrungsreisen und Erlebnissen verwendet werden. Bildung, Training, Kunst, Therapie, Tourismus – oder Pornographie.

Doch virtuelle Sexabenteuer werden den Hohlraum der Void-Spielhalle nicht befüllen. “Pornos wird es für die eigenen vier Wände geben, aber nicht bei uns”, sagt Mit-Gründer Ken Bretschneider der Webseite “Fight the New Drug”. Die Macher der Seite haben sich die Bekämpfung von Internet-Pornographie und Pornosucht auf die Fahne geschrieben.

“Es gibt mehr als genug Welten, in denen wir Geschichten erzählen und Leute begeistern können”, sagt Bretschneider. Das Publikum der Spielhalle würde sich für immersive Erfahrungen in den Bereichen Action, Adventure, Horror und Sci-Fi interessieren. “Das ist es, was wir liefern wollen.”

Mit Pornographie beschäftigt haben sich die Entwickler allerdings schon, denn laut Bretschneider wird das Thema regelmäßig von Dritten an das VR-Startup herangetragen. “Einige haben uns gesagt, dass wir nicht überleben, wenn wir keine Pornos anbieten”, sagt Bretschneider. Er sieht das allerdings anders. “Es gibt genug Geld zu verdienen, auch wenn man keine Pornos anbietet.”

Sein Mit-Gründer Curtis Hickman, Kreativchef bei The Void, sieht die Sache noch drastischer – und sich selbst in der Verantwortung. “Ich denke, die Menschen, die Inhalte erstellen, haben gegenüber der Gesellschaft eine Verantwortung […]. Es ist unsere Mission, Inhalte zu erstellen, die gute Werte vermitteln. Unsere Arbeit soll der Gesellschaft dienen. Pornographie schadet der Gesellschaft und ich möchte so etwas nicht entwickeln.”

Hickman geht noch einen Schritt weiter und richtet einen Appell an die Kollegen aus der VR-Branche: “Macht es genauso. Positioniert euch und lasst die Welt wissen, dass wir mit VR viele gute Dinge tun werden.”

| Source: Fight the new Drug