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Virtual Reality: Kuriose Fortbewegungsmethode soll VR-Übelkeit verringern

von Matthias Bastian17. Dezember 2016

Ein Entwickler experimentiert mit einer kuriosen Methode für die Fortbewegung, die das Hirn des Nutzers dazu motivieren könnte, Körperhaltung und künstliche Bewegung neu miteinander zu verdrahten.

Im ersten Moment ist man sich nicht ganz sicher, ob der Entwickler Sean Hall seinen Vorschlag wirklich ernst meint. Angelehnt an den charismatischen Laufstil japanischer Anime-Ninjas muss sich der VR-Brillenträger nach vorne lehnen und seine Hände nach hinten ausstrecken, um in Bewegung zu kommen. Passend zur ausgefallenen Optik bezeichnet Hall diese Variante der virtuellen Fortbewegung als “Ninja Run”.

Hall hat sich die spezielle Körperhaltung in bekannten Cartoons und Animes abgeschaut. “Charaktere, die sich sehr schnell fortbewegen, werden häufig so dargestellt, dass die Hände und die Arme hinter dem Körper gehalten werden und die Laufrichtung durch die Ausrichtung des Oberkörpers vorgegeben wird. Das ist zwar unrealistisch, aber es impliziert, dass die Person Superkräfte hat, um sich sehr schnell fortzubewegen”, sagt Hall dem US-Blog Road to VR.

Ninja oder Skirennläufer?

Umso weiter man sich nach vorne lehnt und die Hände nach hinten wegstreckt, desto schneller bewegt sich der virtuelle Körper. Entspannt man seine Körperhaltung und richtet sich auf, bleibt man stehen.

Im Praxistest fühlt sich die VR-Bewegung eher nach einer virtuellen Skifahrt an. Der zugrundeliegende Ansatz könnte dennoch Potenzial haben, wenn er weiterentwickelt wird. Immerhin ist diese Art der Bewegung allemal magenschonender als der Joystick oder ein Knopfdruck. Nur Drehungen in 360-Grad gelingen nicht besonders gut.

Hall ist davon überzeugt, dass der VR-Ninja-Run die VR-Übelkeit signifikant reduziert, da er sowohl Muskelaktivität verlangt als auch das Innenohr stimuliert. Wer sich selbst ein Bild machen will, kann hier eine Demo herunterladen. Unity-Entwickler finden hier das passende Plugin für 5 US-Dollar.

Das noch ungelöste Problem der Fortbewegung in virtuellen Umgebungen beschäftigt insbesondere Spielemacher intensiv und hält die Entwicklung der VR-Gamesbranche zurück. Viele beliebte Spielkonzepte können nicht in die Virtual Reality übertagen werden, ohne dass Übelkeit provoziert wird.

Die einzige Methode, Motion Sickness verlässlich zu verhindern, ist der vollständige Verzicht auf künstliche Fortbewegung. Solche alternativen Bewegungskonzepte wie die Teleportation sind zwar sicher, aber stehen der bestmöglichen Immersion entgegen.

| Featured Image: Sean Hall | Source: Road to VR

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