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Virtual Reality: Lufthansa zeigt Flugzeug mit virtuellem Glasboden

von Matthias Bastian12. März 2017

Kleine Fenster, enge Gänge, laute Motoren: Fliegen ist Mittel zum Zweck und bereitet wenig Freude. Fluggesellschaften suchen daher nach neuen Wegen, ihre Passagiere bei Laune zu halten. Für die Lufthansa ist die VR-Brille eine Option.

Im Grunde ist die Flugzeugkabine das ideale Einsatzgebiet für eine Virtual-Reality-Brille. Man möchte lieber an einem anderen Ort sein, ist jedoch physisch an seinen Flugsessel gebunden. Angst vor Überfällen und Diebstahl braucht es nicht, denn der Dieb würde nicht weit kommen. Und: Mit der VR-Brille lassen sich reale Orte und Ausblicke mit Bezug zur Reiseroute erleben, die man ansonsten aufgrund von Dunkelheit oder schlechten Wetterbedingungen verpassen würde.

Genau dieses VR-Erlebnis setzt die Lufthansa gemeinsam mit der Agentur 3spin um. In der VR-Brille sieht der Nutzer eine 3D-Karte passend zur Reiseroute – fast so, als hätte das Flugzeug einen Glasboden.

Besondere Orte und Sehenswürdigkeiten entlang der Reiseroute können mittels 360-Video oder -Foto im Detail erkundet werden. Auch der virtuelle Blick ins Cockpit über die Schulter des Piloten soll möglich sein.

Virtual-Reality-App der Luftansa

Blick auf die 3D-Karte, auf der Passagiere mehr zu Orten und Sehenswürdigkeiten entlang der Reiseroute erfahren können. Bild: 3spin

Funktionsfähige Konzeptstudie

Die Umgebungsdaten werden in Echtzeit aktualisiert, sodass sich die VR-Erfahrung dynamisch der Flugroute anpasst. Möglich wird das durch eine Smartphone-App, die per WLAN-Verbindung an Bord auf Flugdaten zugreift. So wird die virtuelle Position des Flugzeugs auf der 3D-Karte bestimmt passend zur realen Position.

Zusätzlich kann die App Informationen aus dem Unterhaltungssystem der Maschine wie Geschwindigkeit, Flughöhe, Außentemperatur und Entfernung in die VR-Brille streamen. Die großen Datenmengen, die beim Streaming von 360-Inhalten anfallen, können über einen Server an Bord der Maschine verteilt werden, sodass kein Satelliteninternet notwendig ist.

Bislang wurde die App “VR Moving Map” nur auf einer Fachmesse für Tourismus gezeigt. Laut den Entwicklern ist sie eine “funktionsfähige Konzeptstudie für die Bordunterhaltung der Zukunft”. Ob und wann die Lufthansa beim Boarding herkömmlicher Linienflüge tatsächlich VR-Brillen verteilt, ist nicht bekannt.

| Featured Image: 3spin

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