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Virtual Reality: Manus VR-Handschuhe ab Q2 vorbestellbar, neuer Trailer

von Matthias Bastian11. März 2016

Update vom 17. März:

Im Rahmen der GDC veröffentlichte Manus VR einen neuen Trailer und Informationen zur Integration mit Lighthouse: “Im Entwicklerkit sind zwei Handgelenkshalterungen für die HTC Vive Controller enthalten. Damit können die Manus-Handschuhe das extrem präzise Lighthouse Trackingsystem nutzen. […] Die Kombination der Manus-Handschuhe und dem Trackingsystem Lighthouse sorgt für außerordenlich immersive Virtual-Reality-Erfahrungen, in denen der Spieler mit der virtuellen Welt exakt so interagieren kann wie mit der realen Welt.” Das Spiel Pillow’s Willow wird eigens für die Manus-Handschuhe in Kombination mit Lighthouse entwickelt. Erste Szenen gibt es im Trailer weiter unten zu sehen. Die Vorbestellungen starten in den kommenden Wochen auf der offiziellen Webseite des Unternehmens.

Technische Daten:

  • Sensoren: 9DOF IMU mit Flex-Sensoren, zwei Flexbereiche pro Finger
  • Verbindung: Low latency <5ms via USB dongle oder 12ms mit Bluetooth low energy
  • Waschbar
  • Batterie reicht für ca. acht Stunden
  • Programmierbarer Vibrationsmotor für taktiles Feedback
  • Open Source SDK

Ursprünglicher Artikel:

Zahlreiche Unternehmen versuchen sich darin, neue Interaktionsmöglichkeiten und Interfaces für die virtuelle Realität zu entwickeln. Im Fokus stehen dabei meist die Hände des Virtual-Reality-Nutzers. So auch bei den Tracking-Handschuhen von Manus VR.

Im Gegensatz zu kamerabasierten Trackinglösungen wie Leap Motion versucht es Manus VR mit einem Handschuh. Durch Sensoren am Handgelenk und in den Fingerspitzen erkennt der Handschuh sowohl Hand- als auch Fingerbewegungen und überträgt diese möglichst präzise in die virtuelle Realität. Ein erstes Entwicklerkit wird im zweiten Quartal zur Vorbestellung freigegeben, die Auslieferung soll im dritten Quartal 2016 folgen. Teil des Entwicklerkits sind die (waschbaren) Handschuhe, ein USB-Adapter für eine drahtlose Verbindung mit geringer Latenz (unter 5ms), und zwei Halterungen für die 3D-Controller von HTC Vive. Das Kit ist Open Source und komt mit Plugins für Unity, Unreal, Android, C#, 3DMax und Maya. Weitere Entwicklerwerkzeuge sollen folgen. Der Preis liegt bei 250 US-Dollar.

Die neue Entwicklerversion der VR-Handschuhe ist erstmals auch für HTC Vive vorgesehen. Die 3D-Controller der Vive-Brille können mit zwei Halterungen direkt an den Handschuhen angebracht werden; das hat den Vorteil, dass diese anschließend vom Trackingsystem “Lighthouse” erkannt und getrackt werden können. Bisherige Demos zeigten zwar schon, dass das Finger- und Handtracking der Manus-Handschuhe durchaus präzise funktioniert, aber ohne eine Möglichkeit zur Positionserkennung der virtuellen Hand im Raum. Bedeutet: Die Hände sind zwar in Virtual Reality vorhanden, können aber nicht in die Tiefe des Raumes bewegt werden. Das schränkt den potenziellen Nutzen der virtuellen Hände deutlich ein.

Durch die Integration der Vive-Controller wird dieses Problem gelöst und der VR-Nutzer hat so seinen eigenen Hände als natürliches Interface in der virtuellen Umgebung. Das chinesische Unternehmen Noitom zeigte in der Vergangenheit bereits Virtual-Reality-Demos mit Handschuhen und Vive-Controllern, die nach dem gleichen Prinzip funktionieren. Manus VR plant auf die gleiche Art auch die optischen Trackingsysteme von Oculus Rift und Razer OSVR mit den eigenen Handschuhen zu kombinieren.

Die VR-Handschuhe von Manus erkennen mit Sensoren die Hand- und Fingerbewegungen.

Die VR-Handschuhe von Manus erkennen mit Sensoren die Hand- und Fingerbewegungen des Trägers. BILD: Manus VR

Auf der Game Developers Conference kommende Woche soll die neuste Version der Handschuhe mit einem Spiel vorgestellt werden, das eigens für die Handschuhe entwickelt wurde. Bei “Pillow’s Willow” wird man Teil einer interaktiven VR-Geschichte, bei der man der Hauptfigur mit den eigenen Händen dabei helfen muss, verschiedene Rätsel zu lösen. “Bei Manus VR sind wir fest davon überzeugt, dass man für eine immersive VR-Erfahrung die eigenen Hände in Virtual Reality nutzen muss. In ‘Pillow’s Willow’ kann der Nutzer direkt mit der Umgebung interagieren, beispielsweise Glühwürmchen einfangen, eine Brücke schließen oder Piano spielen”, schreiben die Entwickler von Manus VR im Blog des Unternehmens.

Fraglich ist derweil, mit welcher Motivation Entwickler spezielle Software für die Handschuhe programmieren sollen, solange diese nicht weit verbreitet sind. Gut möglich, dass Manus VR den direkten Vertrieb gar nicht dauerhaft anstrebt, auch wenn der Handschuh auf der offiziellen Webseite als “der erste Virtual-Reality-Handschuh für Endverbraucher” angepriesen wird. Die angenehmere Lösung ist es, wenn die “Big Player” der Branche wie Facebook oder HTC auf die Technologie aufmerksam werden und sie lizenzieren oder das mit dem Produkt verknüpfte Know-how aufkaufen.

Dennoch ist der kommende Prototyp für Entwickler interessant, die mit dem neuen Interface erste Erfahrungen sammeln wollen. Denn für 250 US-Dollar bieten die VR-Handschuhe von Manus VR präzises Hand- und Fingertracking für relativ wenig Geld.

| FEATURED IMAGE: Manus VR
| VIA: VRFocus