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Virtual Reality: Matterport veröffentlicht größte VR-Bibliothek realer Orte

von Matthias Bastian4. Oktober 2016

Mit der VR-Brille an unbekannte Orte reisen, dieses Versprechen möchte Matterport einlösen. Das Unternehmen ist im Bereich 3D- und 360-Grad-Fotografie schon seit vielen Jahren aktiv und wittert nun ein neues Geschäftsmodell mit der VR-Brille. Über 250.000 reale Orte wurden bereits eingescannt und sollen nach und nach für die virtuelle Realität portiert werden.

Vom Cockpit einer historischen Boeing 737 springt man in ein Star-Trek-Filmset und wechselt anschließend in die St. Paul’s Church in London. Matterports 3D-Galerie ist randvoll mit qualitativ hochwertigen und teils ausgefallenen Scans realer Orte. Unternehmen und Makler setzen die Technologie ein, um die eigenen Angebote potenziellen Kunden spannender und lebensechter zu präsentieren.

Um derart viel Inhalt zu produzieren, setzt Matterport auf ein weltweites Netzwerk an 3D-Fotografen. Diese durchlaufen eine Schulung für die selbstentwickelte Spezialkamera Pro 3D, die mit RGB- und 3D-Tiefenkameras ausgestattet ist und sich am Aufnahmeort automatisch in 360-Grad dreht. Die Bilder werden anschließend in der Cloud verarbeitet und sind nach wenigen Stunden als fertiges 3D-Modell verfügbar.

Der Cloud-Service kann ab 49 US-Dollar monatlich in Anspruch genommen werden, die Kamera kostet einmalig 4.500 US-Dollar. Laut dem Unternehmen nutzen tausende Fotografen aus mehr als 75 Ländern die hauseigene Lösung, um 360-Aufnahmen in stereoskopischem 3D anzufertigen.

Matterports 3D-Kamera kann auch von Laien bedient werden. BILD: Matterport

Matterports 3D-Kamera kann auch von Laien bedient werden. BILD: Matterport

CoreVR macht 3D-Modelle mit der VR-Brille kompatibel

Den Fotografen steht mit “CoreVR” eine neue Zusatzoption zur Verfügung, mit der sie ihre 3D-Scans auf einfache Art und Weise für die VR-Brille aufbereiten können. Das funktioniert kostenlos für alle Orte und Räume, die in 2016 auf Matterports Online-Plattform veröffentlicht werden und kostet ab 2017 19 US-Dollar pro Objekt.

“Jede neue Plattform braucht Inhalte, um zu wachsen, das gilt auch für VR. Mit der CoreVR-Option bringen wir eine große Bibliothek an realen Orten in die Virtual Reality und bieten außerdem die effektivste und am besten skalierbare Methode für jedermann, um aus einem realen Ort eine VR-Erfahrung zu machen”, sagt Bill Brown, Geschäftsführer von Matterport. “Wir glauben daran, dass VR uns dabei hilft, eine Vision zu erfüllen, in der jeder Mensch zu jeder Zeit an jeden Ort reisen kann.”

Wer sich selbst ein Bild von der Qualität der Scans machen will, findet eine VR-App für Google Cardboard im Android Store sowie für Samsung Gear VR im Oculus Store. In der kostenlosen Anwendung kann man derzeit rund 150 Scans realer Orte ansehen.

| Source: Matterport | Featured Image: Matterport