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Virtual Reality: Microsoft nennt Anforderungen für Windows VR-Brillen

von Matthias Bastian21. November 2016

Wie erwartet setzt Microsoft kaum Voraussetzungen an die PC-Hardware, die für den Betrieb der kommenden VR-Brillen für Windows benötigt wird.

In der neusten Testversion von Windows 10 ist ein Benchmark für VR-Brillen integriert, der auf den Namen “Windows Holographic First Run” hört. Lässt man den Benchmark auf verschiedenen Rechnern laufen, lassen sich aus den Ergebnissen die ungefähren Mindestanforderungen für Microsofts VR-Brillen ablesen.

Die Ende Oktober überraschend angekündigten Geräte brauchen demnach nur 4 GB Arbeitsspeicher, einen USB 3.0-Port, einen Vierkernprozessor oder einen Zweikernprozessor mit Hyperthreading. Sogar die integrierte Grafikkarte muss nicht mehr können als Direct X 12 zu unterstützen. Entsprechende GPUs gibt es für kleines Geld, außerdem sind sie flächendeckend in neueren Laptops integriert.

Gewöhnliche Desktop-PCs sind kompatibel mit Windows-VR

Im Grunde genommen sind diese Mindestvoraussetzungen gar keine. Die technische Einstiegshürde ist so niedrig gewählt, dass ein guter Teil der auf dem Markt verfügbaren Rechner die Anforderungen erfüllen wird.

So kündigte Microsoft es bereits bei der Enthüllung der neuen VR-Brillen von Asus, Acer und Co an: Ein PC für circa 500 Euro solle ausreichen, um in die Virtual Reality einzutauchen. Das Unternehmen scheint Wort zu halten.

Aber: Wer hochwertige und grafisch aufwendige VR-Erfahrungen flüssig anzeigen will, ist bei den Windows-Brillen ebenso wie bei HTC Vive oder Oculus Rift auf leistungsfähige Highend-Hardware angewiesen. Gerade Spiele dürften mit der Software von Valve und speziell Oculus VR eine Ecke flüssiger laufen, da die beiden Unternehmen spezielle Renderverfahren entwickelt haben, um die Framerate möglichst durchgängig stabil zu halten.

Noch ist es unklar, an welche Zielgruppe Microsoft die neuen VR-Brillen eigentlich verkaufen möchte. Spieler sind mit den oben genannten PC-Brillen auf absehbare Zeit besser bedient, sei es aufgrund der fortschrittlichen 3D-Controller. Wer einfach nur 360-Videos anschauen möchte, ist mit den günstigen mobilen VR-Brillen wie Gear VR oder Googles Daydream View flexibler bei ähnlicher Qualität.

Für den Büroalltag und die Desktopnutzung zeigte Microsoft bislang keine interessanten Anwendungen mit erkennbarem Mehrwert gegenüber dem Monitor. Die erste Demo (im Video unten) wirkte recht sinnfrei und gestellt. Aber noch ist ein gutes halbes Jahr Zeit bis zum Marktstart von Microsofts VR-Initiative.

Aufgrund der geringen Mindestanforderungen an die PC-Hardware ist offen, wie Microsoft einen Qualitätsstandard für die VR-Erfahrungen garantieren möchte. Beispielsweise könnten schwankende Bildwiederholraten vermehrt VR-Übelkeit auslösen. Sowohl Sony als auch Valve, HTC und Oculus achten sehr genau darauf, dass Entwickler keine Kompromisse bei der Framerate eingehen.

Für die Microsoft-Lösung spricht der günstige Einstiegspreis ab 299 Euro sowie das hochwertige Trackingsystem von Hololens, das ohne externe Sensoren auskommt und dennoch räumliche Orientierung bietet. Das Setup der Microsoft-Brillen dürfte somit besonders leicht gelingen.

Der Launch ist für das Frühjahr 2017 geplant. Dann bringt ein kostenloses Update für Windows 10 mit Windows Holographic eine neue Schnittstelle, die sowohl VR- als auch AR-Geräte zulässt.

| Featured Image: Microsoft  | Source: The Verge