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Virtual Reality: Mindmaze überträgt reale Mimik in die Simulation

von Tomislav Bezmalinovic13. April 2017

Das Schweizer Startup Mindmaze arbeitet an neuronalen Interfaces. Das Unternehmen möchte VR-Brillen erschaffen, die Gehirnströme exakt erfassen und auswerten können. Die langfristige Vision ist, dass Nutzer auf die Kraft ihrer Gedanken zurückgreifen, um mit der Virtual Reality zu interagieren. Nun hat das Unternehmen ein Produkt namens “Mask” vorgestellt, das noch dieses Jahr erscheinen soll und in der Lage ist, Gesichtsausdrücke zu erkennen und in die Virtual Reality zu übertragen.

Mindmaze wurde 2012 von Tej Tadi in Lausanne gegründet. Damals fokussierte sich das Unternehmen auf Produkte für das Gesundheitswesen und entwickelte VR-Brillen, die bei der Behandlung von Schlaganfallpatienten helfen sollen. Im Februar 2016 kaufte die Hinduja Group mehr als ein Drittel des Startups auf, dessen Wert auf über eine Milliarde US-Dollar geschätzt wird. Heute beschäftigt das Unternehmen 75 Mitarbeiter, die aus so unterschiedlichen Gebieten wie der Informatik, der Mathematik, der Neurobiologie, der Medizin und der Robotik stammen.

Mit dem neusten Produkt namens Mask nimmt Mindmaze den Markt für Virtual und Augmented Reality in den Blick. Mask ist ein Gesichtspolster aus Schaumstoff, das in VR- und AR-Brillen eingelegt werden kann. Im Polster sind acht Dioden eingelassen, die elektrische Impulse und Muskelaktivitäten im Gesicht des Nutzers messen. Ein Algoritmus wertet die Daten aus und leitet daraus in Echtzeit den Gesichtsausdruck ab, der anschließend in die Virtual Reality übertragen wird.

Figuren in VR-Spielen reagieren auf die Gefühlslage des VR-Nutzers

Laut Mindmaze kann die Technologie derzeit zwischen zehn verschiedenen Gesichtsausdrücken unterscheiden, Dutzende weitere sollen folgen. Eine Kalibrierung soll laut Tej Tadi nicht nötig sein, da das System seine Lesefähigkeit auf der Basis maschinellen Lernens laufend von selbst verbessert. Cherlynn Low von Engadget hat Mask am Beispiel einer VR-Brille von OSVR ausprobieren können und schreibt, dass das System Lachen, Zwinkern und Grinsen praktisch verzögungsfrei erkannt habe.

Von der Übertragung realer Mimik in die Simulation dürften besonders Anwendungen im Bereich sozialer Virtual Reality profitieren, da man anhand der Gesichtsausdrücke von Avataren die Emotionen des Gegenübers ablesen könnte. Das Unternehmen arbeitet außerdem daran, computergesteuerten Charakteren beizubringen, Gesichtsausdrücke zu interpretieren. So könnten Figuren in VR-Spielen künftig auf die Stimmung des VR-Nutzers reagieren.

Mask ist nicht nur leicht in VR-Brillen zu integrieren, auch die Herstellungskosten sind vergleichsweise gering. Laut Tadi liegen sie im zweistelligen Bereich. Mindmaze will die Technologie dennoch nicht selbst produzieren, sondern an Hersteller lizenzieren. Gespräche mit Google, Oculus und HTC laufen. Tadi zufolge könnten erste Implementierungen bereits Ende des Jahres auf dem Markt erscheinen.

| Featured Image: MindMaze | Source: Venturebeat / Engadget

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