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Virtual Reality: Mit der VR-Brille die größte 3D-Bibliothek erforschen *Update*

von Tomislav Bezmalinovic28. September 2016

Update vom 28. September 2016:

Sketchfab hat einen neuen Meilenstein erreicht: Die Modellbibliothek enthält nun mehr als eine Million Unikate.

Außerdem können die 3D-Modelle neuerdings in Twitternachrichten eingebettet werden. Hierzu muss lediglich der Link des 3D-Modells im Tweet eingefügt werden. Wird dieser später angeklickt, öffnet sich der Sketchfab Viewer und das Modell erscheint direkt in der Twitternachricht.

Ursprüngliche Meldung vom 7. September 2016:

Auf Sketchfab können selbsterstellte 3D-Modelle hochgeladen werden. Mehr als 500.000 Nutzer sind bereits bei der Plattform registriert, die einmal das größte virtuelle Museum der Welt werden könnte. Umso mehr überrascht es, dass es immer noch so umständlich ist, mit VR-Brillen wie Oculus Rift und HTC Vive auf diese Inhalte zuzugreifen. Wir erklären Schritt für Schritt, wie es geht.

Sketchfab verfügt bereits über fast eine Million 3D-Unikate. Von simplen Alltagsgegenständen über antike Marmorstatuen bis hin zu begehbarer Architektur: Auf Sketchfab gibt es fast nichts, was es nicht gibt. Keine Frage, dass der nächste logische Schritt die Implementierung von VR ist. Liegt es doch nahe, dass sich 3D-Modelle viel besser mit einer VR-Brille als auf einem zweidimensionalen Monitor betrachten lassen.

Im Mai dieses Jahres wurde für Google Cardboard, Samsung Gear VR, Oculus Rift und HTC Vive eine App namens Sketchfab VR veröffentlicht. Wer die App startet, stellt allerdings erstaunt fest, dass sich nur eine Handvoll ausgewählter Inhalte betrachten lassen. Der Zugriff auf die vollständige Modellbibliothek von Sketchfab ist derzeit nur mit dem Browser möglich.

Laut den Entwicklern liegt das an WebVR, das sich derzeit noch in einer frühen Entwicklungsphase befindet. WebVR ist eine Initiative mit dem Ziel, das Internet VR-fähig zu machen, sodass Webinhalte wie beispielsweise die 3D-Modelle auf Sketchfab korrekt an die VR-Brille ausgegeben werden.

Sketchfab in Virtual Reality direkt im Browser nutzen

1. Zunächst lädt man sich hier den experimentellen Chromium-Browser herunter. Das herunterzuladende Archiv heißt: “chromium_webvr_v1_win.zip”. Diese Datei entpackt man auf dem Desktop oder an einem anderen beliebigen Ort.

2. Im entpackten Ordner befindet sich die “chrome.exe”, mit der man den Chromium Browser startet. Im Adressfeld des Browsers gibt man “about://flags” (ohne Gänsefüßchen) ein. Per Ctrl-F sucht man nach der Funktion “Enable WebVR” und aktiviert diese.

3. Nun kann man Oculus Home oder Steam VR starten, je nachdem, welche VR-Brille man sein Eigen nennt. Verwendet man Oculus Rift, muss man bei Oculus Home unter “Settings” zuvor die Einstellung “Unknown Sources” aktivieren.

4. In Chromium muss man jetzt das Modellbrowserfenster von Sketchfab öffnen, indem man folgende Internetadresse aufruft: https://sketchfab.com/models. Hat man ein 3D-Modell ausgesucht, klickt man auf das VR-Brillen-Symbol am unteren rechten Rand des 3D-Fensters. Das Modell sollte jetzt in stereoskopischem 3D an die VR-Brille ausgegeben werden.

5. Klickt man zusätzlich auf das Zahnradsymbol links neben dem VR-Brillen-Symbol, kann man den Navigationstyp ändern. Hier wird der Modus “First Person” empfohlen (siehe Titelbild). Mit den Cursortasten kann man sich nun wie in einem Computerspiel innerhalb des virtuellen Raums bewegen. Will man sich an eine bestimmte Stelle teleportieren, klickt man mit der Maus dorthin. Nicht alle 3D-Modelle unterstützen diesen Navigationsmodus.

Navigation für VR ist noch nicht implementiert

Der Modus “First Person” ist offenbar für die Bedienung vor einem Bildschirm konzipiert und für die Navigation in VR daher äußerst unpraktisch. Ein dritter Navigationstyp namens Virtual Reality wird zwar angezeigt, lässt sich jedoch noch nicht aktivieren. Dieser Modus würde wahrscheinlich die Steuerung per Gamepad bei Oculus Rift oder per Motion Controller bei HTC Vive ermöglichen, sodass man sich mit diesen Eingabegeräten anstatt mit der Maus in VR teleportieren kann.

Auch der VR Launcher, der den Modellbrowser auf der Webseite durch eine VR-Variante ersetzen soll, funktioniert derzeit nur mit Maus und Tastatur. Das führt dazu, dass man jedes Mal die VR-Brille absetzen muss, wenn man sich ein neues 3D-Modell aussuchen möchte.

Natürlich wird es nicht bei dieser eingeschränkten VR-Funktionalität bleiben. Ich hoffe zumindest, dass Sketchfab bald nachbessert. Denn es ist jetzt schon ungemein faszinierend, Sketchfab nach interessanten 3D-Modellen zu durchforsten und diese in VR zu betrachten.

| Featured Image: Sketchfab / Caracalla by Antigua Academia de San Carlos