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Virtual Reality: Motion Sickness bleibt ein großes Thema

von Tomislav Bezmalinovic22. September 2017

Von künstlicher Fortbewegung wird vielen Menschen schlecht. Manche gewöhnen sich an sie, sodass die Übelkeit verschwindet, andere stellen selbst nach Jahren keine Verbesserung fest. Wie unterschiedlich die Reaktionen und wie facettenreich das Phänomen ist, zeigt ein Reddit-Beitrag, in dem VR-Enthusiasten über ihre Langzeiterfahrungen sprechen.

Ich selbst kann mich glücklich schätzen, denn mir wird kaum jemals schlecht in der Virtual Reality. Doch das war nicht immer so. Mit Grauen erinnere ich mich an DK2-Zeiten zurück, als ich Half-Life 2 ausprobierte. Danach war mir so schlecht, dass ich mich hinlegen musste. Selbst nach einer Stunde spürte ich noch, das etwas nicht stimmt.

Das ist jedoch ein Extrembeispiel: Ich war damals zum ersten mit Virtual Reality in Kontakt gekommen und hatte gleich ein VR-Spiel gestartet, das bekannt dafür ist, Übelkeit zu verursachen. Mittlerweile bin ich fast täglich in der Virtual Reality unterwegs und spiele nur noch Titel, die für das Medium optimiert sind und gewisse Standards einhalten. Schlecht wird mir nicht mehr.

Bei jedem Menschen anders

Man sieht: Erfahrungen mit Bewegungsübelkeit können sehr individuell sein. In einem Reddit-Beitrag zum Thema schreibt ein Nutzer, dass er sich zwar per Analogstick künstlich durch virtuelle Welten bewegen kann, aber Flugsimulatoren nicht erträgt. Erwarten würde man eher den umgekehrten Fall.

Ein anderer Nutzer schreibt, dass ihm bei Fortbewegung per Analogstick schlecht wird, wenn er jedoch mit Maus und Tastatur spielt, würden keine Probleme auftreten. Er spricht von einer “magischen Kombination”. Eine, die äußerst selten sein dürfte.

Andere VR-Spieler haben weniger Glück. Ein Reddit-Leser berichtet: “Ich nutze Virtual Reality seit dem DK1. Selbst nach Jahren ertrage ich immer noch keine künstliche Fortbewegung. Mir wird schwindlig und ich kriege Kopfschmerzen. VR-Beine sind für mich so real wie Bigfoot.”

Manche gewöhnen sich daran

Dennoch berichten viele Nutzer von Gewöhnungseffekten: “Bei mir wurde es im Laufe der Monate besser und besser. Ein Jahr später kann ich mich stundenlang ohne Probleme in der Virtual Reality fortbewegen”, schreibt ein Reddit-Leser. Ein anderer Nutzer meint: “Mir wurde am Anfang bei jeder Anwendung schlecht. Jetzt kann ich weniger intensive Spiele beschwerdefrei genießen.”

Doch nicht bei allen tritt ein Gewöhnungseffekt ein. Ein Nutzer wollte sie erzwingen und setzte sich der Übelkeit willentlich aus, in der Hoffnung, dass sie verschwindet – mit verheerenden Folgen. Der Nutzer schreibt, dass ihm ein bis zwei Tage schlecht gewesen ist und dass er sich krankschreiben lassen musste. Selbst das Gehen wäre ihm schwergefallen.

Erfahrene VR-Nutzer raten zum gegenteiligen Vorgehen: Sobald Übelkeit oder auch nur ein leichtes Unwohlsein einsetzt, soll man die VR-Brille absetzen. Ansonsten trainiere man das Gehirn, Virtual Reality mit Übelkeit zu assoziieren. Die Folge seien noch stärkere Abwehrreaktionen.

Immun gegen Bewegungsübelkeit

Ein Nutzer rät Spielern mit empfindlichen Mägen, eine Spielsitzung mit Titeln anzufangen, die keine Probleme verursachen und erst ganz am Ende eine etwas anspruchsvollere Anwendung anzuspielen. Kommt Übelkeit auf, solle man die VR-Brille absetzen. Das habe er mehrmals die Woche gemacht, bis nach und nach Verbesserungen eingetreten sind.

Natürlich gibt es auch einen kleinen Kreis von Nutzern, die wenig bis gar keine Probleme mit künstlicher Fortbewegung haben. Ein Reddit-Leser schreibt: “Ich hatte von Tag Eins an keinerlei Beschwerden. Selbst die intensivsten VR-Erfahrungen bereiten mir nur wenig Schwierigkeiten.” Und ein anderer meint: “Mir wurde noch nie schlecht. Ich schätze, ich habe Glück.”

| Featured Image: Sony | Source: Reddit

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