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Virtual Reality: NeosVR ist ein kollaborativer Weltenbaukasten *Update*

von Tomislav Bezmalinovic9. November 2016

Update vom 9. November 2016:

NeosVR ist nun in einer sehr frühen Alpha-Version erhältlich, wie der leitende Entwickler Frooxius auf Reddit bekanntgab. Bevor man die Anwendung herunterladen kann, muss man sich hier anmelden.

NeosVR läuft derzeit nur mit HTC Vive. Frooxius verspricht, Oculus Rift zu unterstützen, sobald die Touch-Controller erscheinen.

Ursprünglicher Artikel vom 5. Oktober 2016:

Wer ein Entwicklerkit von Oculus Rift besitzt, dem dürfte Frooxius ein Begriff sein. Tomáš Mariančík, so der bürgerliche Name des Entwicklers, hatte seinerzeit mit Sightline: The Chair eine der verblüffendsten VR-Demos programmiert. Nach längerer Pause meldet sich der 24-jährige Entwickler zurück und stellt sein neues Projekt vor. Mit “NeosVR” können mehrere Leute gleichzeitig und unabhängig vom Standort an und in derselben virtuellen Umgebung arbeiten.

In einem einstündigen Video führt der Entwickler vor, wie sein kollaborativer Weltenbaukasten funktioniert. Als Frooxius die Anwendung startet, befindet er sich in einem virtuellen Raum, der aus nicht mehr als einer Fläche besteht. Von einem anderen realweltlichen Standort loggt sich dann ein Entwicklerkollege ebenfalls in Froxxius’ virtuellen Raum ein.

Daraufhin beginnen sie dreidimensionale Linien in die Luft zu zeichnen, die augenblicklich zu festen Objekten gefrieren. Diese greifen sie mit den Vive-Controllern, vergrössern oder verkleinern sie und platzieren die Objekte anschließend frei im Raum. Die Besonderheit von NeosVR ist, dass alle Ereignisse ohne zeitliche Verzögerung über das Internet synchronisiert werden. Für die beiden Entwicklern fühlt sich das an, als würden sie sich an ein- und demselben Ort befinden und gemeinsam an virtuellen Umgebungen arbeiten.

Einfach zu bedienen

Frooxius führt als nächstes vor, wie man mehrere Elemente zu einer größeren Figur zusammenfügt. Dies geschieht nicht etwa über eine abstrakte, zweidimensionale Nutzeroberfläche. Nein, die Figuren werden ganz einfach zusammengeklebt. Der Vive-Controller wird in NeosVR zu einem universalen Werkzeug, das über Aufsätze in seinen Funktionen erweitert werden kann. In diesem Fall wandelt sich der Controller zu einer Klebepistole, mit der man getrennten Elemente innerhalb von Sekunden an den gewünschten Stellen zusammenfügt.

Auch sonst ist Frooxius bemüht, ein möglichst intuitives Interface zu entwickeln, das sich die Stärken von VR zunutze macht. Objekte wie Quader, Kugeln und Zylinder werden mit einfachen Handbewegungen erzeugt, Texturen können vom Vive-Controller gleichsam aufgesaugt und auf andere Oberflächen übertragen werden. Im späteren Verlauf werden animierte Objekte und ein 3D-Scan der realen Arbeitsumgebung des Teams importiert. So entsteht vor den Augen der Entwickler nach und nach ein virtueller Schauplatz, der mit von Hand platzierten Lichtquellen stimmungsvoll ausgeleuchtet wird.

Obwohl sich NeosVR noch in einer sehr frühen Entwicklungsphase befindet, sind die wichtigsten Werkzeuge bereits implementiert. Dennoch ist sich Frooxius bewusst, dass NeosVR nur der erste Schritt Richtung Metaversum ist: eines gemeinschaftlich hervorgebrachten virtuellen Raums der Zukunft.

| Featured Image: Tomáš Mariančík