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Virtual Reality: Neue VR-Handschuhe von Manus ab Anfang März

von Matthias Bastian25. Februar 2017

Seit rund einem Jahr versendet Manus prototypische Versionen des selbstentwickelten VR-Handschuhs an ausgewählte Entwickler. Der Preis für das neu überarbeitete Entwicklerkit, das ab März erscheint, fällt deutlich höher aus als für den ersten Prototyp.

Während die erste Version des VR-Handschuhs bei 250 US-Dollar lag, ruft Manus für den neuen Virtual-Reality-Handschuh den vierfachen Preis auf. 1.000 US-Dollar kostet das neue Eingabegerät, das laut Manus in Zusammenarbeit mit der Nasa, dem MIT und der Cambridge Universität deutlich verbessert wurde. Außerdem sei die Nachfrage nach dem Produkt “unglaublich hoch”, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die neuste Version des Handschuhs kann sowohl Finger- als auch Armbewegungen korrekt in die Virtual Reality übertragen. Zwei Sensoren pro Finger erkennen die Beugung der Fingergelenke. Der Daumen hat einen zusätzlichen Sensor verbaut, der Rotation registriert. Auf dem Handrücken sitzt ein Vibrationsmotor, der haptisches Feedback simuliert.

Ergänzende 9-DOF-Sensoren an den Handgelenken sorgen laut Manus dafür, dass in Kombination mit einem speziellen Berechnungsverfahren (Inversivkinematik) die Position der Arme korrekt in VR angezeigt werden kann. Bei den meisten derzeit gängigen Lösungen muss man sich damit begnügen, nur virtuelle Hände zu sehen, die losgelöst vom Körper im Raum schweben.

Externe Sensoren sind für Raumtracking notwendig

Für die räumliche Erfassung müssen die Handschuhe mit einem externen Trackingsystem kombiniert werden. Laut Manus sind Valves Lighthouse-System und Lösungen von Xsens, Vicon, Phasespace und Optitrack kompatibel.

Gegenüber kamerabasierten Trackinglösungen wie Leap Motion hat diese Kombination den Vorteil, dass die Hände nicht permanent ins Sichtfeld der Kamera gehalten werden müssen, damit die Fingerbewegungen korrekt erkannt werden. Dafür ist das Verfahren aufwendiger bei der Installation und teurer.

Die Latenz der Handschuhe liegt laut Manus unter 5 ms, das System arbeitet vollständig drahtlos. Die integrierte Batterie soll circa acht Stunden halten. Die Handschuhe sind wasserdicht und somit waschbar.

Für Endverbraucher ist das futuristische Eingabegerät vorerst nicht konzipiert. Stattdessen nennt Manus Unternehmen als Zielgruppe, die mit dem Datenhandschuh Arbeitsprozesse beispielsweise im Bereich Design und Konstruktion intuitiver gestalten können.

Der Versand soll im Laufe des zweiten Quartals 2017 starten. Mehr Information und eine Möglichkeit zur Vorbestellung gibt es auf der offiziellen Webseite.

| Featured Image: Manus VR

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