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Virtual Reality: Nokia senkt den Preis für 360-Kamera Ozo

von VRODO19. August 2016

Rasanter Preisverfall bei Nokias 3D-360-Kamera. Ozo ist ab sofort 15.000 US-Dollar günstiger.

Erst im Frühjahr startete Nokia den Verkauf der 360-Kamera Ozo. Zum Launch verlangten die Finnen 60.000 US-Dollar (55.000 Euro) für das Gerät. Hinzu kommt teures Zubehör wie SSD-Festplatten oder Akkus, für die nochmals mehrere Tausend Euro anfallen.

Allerdings räumt Nokia schon seit dem Verkaufsstart frühen Käufern und “ausgewählten Personen” einen Rabatt von 15.000 US-Dollar ein. Im Zuge des Marktstarts in China wird der rabattierte Preis jetzt zum permanenten Preis für alle Käufer. In Europa sind nur mehr 40.000 Euro fällig.

Grund für den schnellen Preisnachlass dürfte die Konkurrenz von Facebook sein. Bei der Ankündigung der Ozo Ende letzten Jahres war Nokia noch allein auf weiter Flur mit einer Kamera, die sowohl stereoskopisches 3D-Material in 360-Grad aufzeichnen als auch in Echtzeit zusammenführen und in die VR-Brille streamen kann.

Facebook drückt den Preis für 360-Kameras

Dieser Zustand währte nicht lange: Im April kündigte Facebook die Open-Source-Kamera “Surround 360” an, die im Zusammenbau deutlich günstiger ist als die Ozo (circa 20.000 bis 25.000 Euro), aber ähnliche Features und Qualität bietet. Facebook möchte an der Hardware kein Geld verdienen, sondern einzig und allein den Markt für hochwertige 360-Produktionen ankurbeln. Das grenzt an Wettbewerbsverzerrung und Nokia musste zeitnah reagieren.

Trotz des nach wie vor verhältnismäßig hohen Preises sollte man keinen massiven Qualitätssprung gegenüber anderen 360-Kameras in der gleichen Preisklasse – oder sogar deutlich darunter – erwarten. Bei unseren Tests von Ozo-Filmmaterial überzeugte zwar der 3D-Effekt, der die gefilmten Szenen deutlich immersiver erscheinen lässt. Dennoch sind die Aufnahmen insgesamt noch zu unscharf und können daher nicht restlos begeistern.

Besonders hochwertige 360-Produktionen in stereoskopischem 3D, beispielsweise die der Felix & Paul Studios, setzen auf 360-Kameras Marke Eigenbau, die mit mehreren Profikameras bestückt sind und ein Vielfaches der Ozo-Kamera kosten.

| Source: The Verge