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Virtual Reality: Kickstarter-Kampagne von Nolo erfolgreich beendet

von Tomislav Bezmalinovic13. März 2017

Update vom 13. März 2017:

Die Kickstarter-Kampagne von Lyrobotix ist beendet. Das Interesse an dem mobilen Trackingsystem scheint groß zu sein: Das Finanzierungsziel von 50.000 US-Dollar wurde binnen 8 Stunden erreicht. Am Ende kamen mehr als 230.000 US-Dollar zusammen.

Lyrobotix wird den beiden Controllern einen zusätzlichen Knopf für das Greifen virtueller Objekte spendieren, außerdem soll der Zugriff auf SteamVR in der Endkundenversion drahtlos erfolgen. Das Produkt soll im Mai 2017 an Unterstützer ausgeliefert werden.

Update vom 1. Februar 2017:

Lyrobotix hat eine Kickstarter-Kampagne für Nolo gestartet und das Finanzierungsziel von 50.000 US-Dollar bereits nach einem Tag erreicht. Für 99 US-Dollar kann man das Gerät vorbestellen. Nolo soll voraussichtlich im Mai 2017 an Unterstützer ausgeliefert werden.

Ursprünglicher Artikel vom 25. Dezember 2016:

Ein chinesisches Startup namens Lyrobotix stellt ein Zubehör für mobile VR-Brillen vor, mit dem Samsung Gear VR, Daydream View und selbst Google Cardboard um räumliches Tracking und Bewegungscontroller erweitert werden. Mit “Nolo” soll man außerdem SteamVR-Titel auf dem Smartphone spielen können.

Nolo besteht aus vier Komponenten: Einer einzelnen, batteriebetriebenen Basisstation, einem kugelförmigen Marker, der an der Oberseite der mobilen VR-Brille befestigt wird und zwei Bewegungscontrollern. Die Inbetriebnahme soll kinderleicht sein. Man stellt die Basisstation vor sich, schaltet sie ein und setzt die VR-Brille auf.

Nolo beseitigt zwei Mankos aktueller mobiler VR-Brillen. Einerseits ermöglicht es räumliches Tracking. VR-Brillen wie Samsung Gear VR, Daydream View und Cardboard können zwar Drehungen und Neigungen des Kopfes in die virtuelle Realität übertragen, jedoch keine Bewegungen in die Tiefe des Raums. Außerdem hat keines der Geräte räumlich getrackte Bewegungscontroller.

SteamVR-Titel auf der Smartphone-Brille spielen

Eine weitere Besonderheit von Nolo ist, dass man ein Android-Smartphone an den PC anschließen kann, um SteamVR-Titel zu spielen. Hierfür muss sowohl auf dem PC als auch auf dem Smartphone die App VRidge installiert werden, die von einem anderen Entwickler stammt.

Die Software überträgt SteamVR-Spiele entweder per USB-Kabel oder Wi-Fi vom PC auf das Smartphone. Lyrobotix empfiehlt in einer Anleitung auf der offiziellen Internetseite den Anschluss per USB-Kabel.

In einem Video sieht man, wie ein Mitarbeiter von Lyrobotix mit Hilfe von Nolo einen SteamVR-Titel auf einer Samsung Gear VR spielt und dabei die Bewegungscontroller verwendet. Natürlich ist das VR-Erlebnis in diesem Fall nicht mehr drahtlos und mit Einbußen bei der Bildqualität muss man ebenfalls rechnen.

Dennoch könnte man als Nutzer einer mobilen VR-Brille auf diese Weise eine ungefähre Vorstellung davon erhalten, wozu ein System wie Oculus Rift und HTC Vive in der Lage ist.

Das Trackingsystem kopiert Valves Lighthouse-Technologie

Welche Technologie dem Trackingsystem zugrunde liegt, verrät das Unternehmen nicht. Der US-Blog Road to VR berichtete im November von einem Prototyp von Nolo, der Valves Lighthouse-Technologie kopiert: Bei der Basisstation handelt es sich dem Artikel zufolge um einen Sender, der Laserlicht ausstrahlt.

Das Licht trifft auf die zahlreichen Sensoren, die in dem Nolo-Marker verbaut sind, der an der Vorderseite einer mobilen VR-Brille angebracht wird. Aus der Reihenfolge, in der das Licht auf die Sensoren des Markers trifft, wird die Position im Raum berechnet.

Dem Artikel zufolge soll Lyrobotix jedoch kein Lizenznehmer von Valve sein, was sich in der Zwischenzeit jedoch geändert haben könnte. Road to VR berichtet ferner, dass die Basisstation nicht nur Laserlicht, sondern auch Ultraschall für das räumliche Tracking verwendet.

Ob das bei Nolo noch der Fall ist, wird man spätestens auf der CES 2017 erfahren, die Anfang Januar in Las Vegas stattfindet. Dort will das Unternehmen sein Trackingsystem erstmals der Öffentlichkeit vorstellen.

Eine interessante Frage dürfte sein, ob Nolo mehrere Basisstationen unterstützt. Da diese im Gegensatz zu HTCs Basisstationen batteriebetrieben und folglich drahtlos sind, könnte man leicht mehrere Sender im Raum platzieren, um nicht nur räumliches, sondern raumfüllendes Tracking zu ermöglichen. Mit nur einer Basisstation, wie derzeit vorgesehen, dürfte der Bewegungsspielraum von Nolo recht limitiert sein.

Technische Mängel bei tiefem Preis

Doch wie sieht es mit den technischen Spezifikationen des Trackingsystems aus? Road to VR schreibt, dass bei der Übertragung von Bewegungen in die virtuelle Realität eine Verzögerung spürbar ist. Lyrobotix zufolge soll die Latenz bei der Endkundenversion weniger als 20 Millisekunden und die Abtastrate des Trackingsystems 60 Hertz betragen.

Damit dürften gegenüber dem Prototyp, den Road to VR im November ausprobieren konnte, kaum Fortschritte erzielt worden sein. Zum Vergleich: Sowohl Oculus Rift als auch HTC Vive bieten eine Abtastrate von 1000 HZ.

Eine Latenz von 20 Millisekunden dürfte bei Bewegungen durchaus spürbar sein. Von der Genauigkeit und Benutzerfreundlichkeit des Prototyps war Road to VR jedoch beeindruckt.

Der tiefe Preis könnte über die technischen Mängel hinwegtrösten. Lyrobotix hat 100 Exemplare des Trackingsystems für jeweils 89 US-Dollar zur Vorbestellung freigegeben. Wer Interesse hat, kann auf der offiziellen Seite sein Interesse anmelden und sich per E-Mail-Registrierung einen Platz sichern. Wann die Auslieferung startet, gibt das Unternehmen nicht bekannt.

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