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Virtual Reality: Oculus wird der E3 fernbleiben

von Tomislav Bezmalinovic27. April 2017

In Los Angeles trifft sich wie jeden Sommer alles, was Rang und Namen hat in der Videospielindustrie. Oculus wird dieses Jahr jedoch durch Abwesenheit glänzen.

Oculus ist seit 2014 auf der E3 vertreten. Die Fläche, die der Stand des Unternehmens beanspruchte, verdoppelte sich dabei jedes Jahr. Ich erinnere mich selbst noch sehr gut an den riesigen, schwarzen Block mit den leuchtenden Buchstaben und den langen Schlangen drumherum.

Jetzt bestätigt das US-Blog Upload VR überraschend, dass Oculus dieses Jahr mit keinem Stand vertreten sein wird. Dass das Unternehmen der Messe fernbleibt, kann viele Gründe haben. 2016 war das Jahr, in dem Oculus Rift auf den Markt kam. Außerdem befand sich Oculus Touch in den Startlöchern.

Ein Jahr später zeigt sich ein anderes Bild: Oculus hat keine neue Hardware zu präsentieren und konzentriert sich stattdessen auf die Entwicklung von Inhalten. Die autarke VR-Brille, an der das Unternehmen arbeitet, scheint noch zu weit von der Marktreife entfernt, als das sie demnächst vorgestellt werden könnte.

Mehr als eine reine Gaming-Brille

Dass das Unternehmen der Spielemesse fernbleibt, kann auch dem Umstand geschuldet sein, dass es alljährlich im Oktober eine eigene Konferenz, die Oculus Connect, veranstaltet. Oculus bestätigt damit einen Trend, der sich schon seit Jahren abzeichnet: dass große Unternehmen ihre eigenen Konferenzen durchführen anstatt auf der E3 aufzutreten.

Einen weiteren Grund für das Fernbleiben von Oculus könnte man in Facebook suchen. Mark Zuckerberg sieht in der Virtual Reality mehr als nur eine neue Gaming-Hardware. Der CEO glaubt, dass das Medium zur nächsten, großen Plattform für sozialen Austausch wird und damit zur Zukunft von Facebook. Strategisch würde es allerdings keinen Sinn ergeben, sich von den Spielern abzuwenden, zumal ein Mehrteil der bisherigen Käufer Gamer sein dürften.

Das spiegelt sich auch im Software-Angebot der VR-Brille wider, das mehrheitlich aus Spielen besteht. HTC Vive ist mit Steam softwaretechnisch breiter aufgestellt und hat im B2B-Bereich aus mehreren Gründen besser Fuß fassen können. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass das Gaming für Oculus Rift noch stärker als für HTC Vive zur Brücke werden könnte, die in den Mainstream führt und deshalb auch entsprechend vermarktet werden sollte.

| Featured Image: VRODO

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