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Virtual Reality: Optitrack stellt Tracker für Ganzkörpererfassung vor

von Tomislav Bezmalinovic1. August 2017

Das US-Unternehmen Optitrack stellt Hardware für räumliche Bewegungserfassung her und sieht in VR-Arcades einen neuen Absatzmarkt. Auf der Siggraph-Konferenz stellte das Unternehmen einen Trackingpuck vor, der an HTCs Vive Tracker erinnert.

Hardware von Optitrack wird in erster Linie zur Herstellung von Animationen eingesetzt oder um Bewegungsabläufe von Sportlern zu erfassen. Mit dem neu entfachten Hype um Virtual Reality versucht das Unternehmen einen neuen Markt zu erschließen und sich als Trackinglösung für VR-Arcades zu etablieren, die komplette Lagerhallen und mehrere Spieler gleichzeitig erfassen wollen.

Zu diesem Zweck wurde die Technologie erweitert, um Flächen von bis zu 1000 Quadratmeter abzudecken. VR-Arcades wie “The Void” setzen bereits auf Hardware von Optitrack. Dort werden allerdings nur der Kopf, der Torso und die Waffen erfasst werden. Die Bewegungen der Arme und Beine werden nicht in die Virtual Reality übertragen, was die Immersion beeinträchtigt.

Um eine Ganzkörpererfassung zu erlauben, hat Optitrack ein neues Produkt entwickelt: einen handlichen Trackingpuck, der an den verbleibenden Körperteilen befestigt werden kann. Damit kopiert Optitrack eine Innovation von HTC. Das taiwanesische Unternehmen stellte im Januar auf der CES den Vive Tracker vor, eine handliche Trackingeinheit, die an Objekten oder Menschen befestigt werden kann, um diese in die Virtual Reality zu holen.

OptiTrack-Active-Puck

Der neue Trackingpuck. BILD: Optitrack

Konkurrenz durch Lighthouse 2.0

Valves Lighthouse-Technologie, die HTC Vive zugrunde liegt, gilt als das fortschrittlichste Trackingsystem für Endkunden, konnte bisher jedoch nur eine relative kleine Fläche von circa 25 Quadratmeter erfassen.

Mit der zweiten Generation Lighthouse soll das Trackingsystem mit Hilfe zahlreicher Basisstationen ganze Lagerhallen abdecken können. Dies und der geringe Preis für die Trackinghardware dürfte Optitrack ab 2018 unter Druck setzen. Optitracks neuste VR-Kamera, die Slim 13E, kostet rund 1.500 US-Dollar, während eine Lighthouse-Basisstation 135 US-Dollar kostet.

“Lighthouse könnte ein Low-Cost-Konkurrent für uns werden, aber wir haben die Technologie noch nicht im großflächigen Einsatz gesehen”, sagt Optitrack Chefstratege Brian Nilles gegenüber Upload VR. “Wir müssen abwarten und sehen, was passiert.”

Nilles glaubt, dass die Zuverlässigkeit und die jahrelange Forschung und Entwicklung, die in die eigene Technologie geflossen ist, einen Wettbewerbsvorteil darstellt und deutet zudem an, dass verbesserte Kameras den Preis für Optitrack-Hardware senken könnten.

Lighthouse für Animationen

Während das Unternehmen versucht, im VR-Markt Fuß zu fassen, könnte Lighthouse Optitrack früher oder später Marktanteile im Bereich des Motion Capturings streitig machen. Das Startup iKinema arbeitet an einer Billiglösung für Ganzkörpererfassung mittels Vive Tracker. Mit der vom Unternehmen entwickelten Software könnten selbst kleinere Studios mit Lighthouse brauchbare Animationen herstellen.

Wie Valve Lighthouse-Ingenieur Alan Yates vor kurzem bestätigte, könnten Tracking Einheiten wie HTCs Vive Tracker in naher Zukunft miniaturisiert werden. Das würde mit Trackingpunkten übersäte Ganzkörperanzüge möglich machen, die eine präzise Bewegungserfassung erlauben.

Die neuen Trackingpucks von Optitrack sollen in ein bis zwei Monaten ausgeliefert werden. Der Preis steht noch nicht fest.

| Featured Image: Optitrack | Via: Upload VR

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