HTCs Vive-Team hält es für notwendig, angeblich falsche Prognosen von Analysten zu korrigieren, die den nahenden Tod von VR vorhersagen.

Im eigenen Vive-Blog publiziert HTCs Vive-Team ein bemerkenswertes Stück Unternehmenskommunikation: “Vier Dinge, die man über Berichte von Analysten wissen sollte”, heißt es in der Zwischenüberschrift.

HTC stört sich insbesondere an jenen Analysten, die einen rückläufigen VR-Markt prognostizieren: Zwar enthielten ihre Prognosen “durchaus wertvolle Informationen”, aber es sei hilfreich, einen “genaueren und kritischeren Blick” auf ihre Ergebnisse zu werfen. “Einmal pro Jahr” würde “der Tod von VR” vorhergesagt. Das sei “extrem übertrieben”.

HTC nennt Gründe für die vermeintlichen Fehlprognosen: Analysten hätten bei früheren Vorhersagen die Anziehungskraft mobiler VR-Brillen überschätzt. Weiter berücksichtigten sie in der Vorausschau nicht, dass VR attraktiver werde (“mehr Software, mehr Zubehör, weniger Kabel”) und dass das Interesse seitens der Industrie wachse. Außerdem habe bislang keiner der Hersteller Verkaufszahlen genannt.

Die Original-Vive hat laut HTC Lieferschwierigkeiten

Der rückläufige Verkaufsrang von HTC Vive bei Amazon, über den die US-Webseite Digital Trends schrieb – viele Medien griffen diesen Bericht auf – sei auf Lieferschwierigkeiten zurückzuführen.

Die Vive-Brille verkaufe sich schneller als je zuvor. In den kommenden Wochen sollen mehr Original-Vive-Brillen gebaut und die Nachfrage gedeckt werden. Ob die Nachfrage nach HTC Vive gestiegen ist, lässt sich dieser Aussage nicht entnehmen. Zur Marktsituation von Vive Pro äußert sich HTC nicht.

Ebenso wenig wie zu konkreten Verkaufszahlen: Stattdessen zitiert das Unternehmen die Hochrechnungen des Marktforschungsunternehmens IDC, nach denen Vive im ersten Quartal 2018 rund 36 Prozent des gesamten Umsatzes für VR-Brillen generiert haben soll.

Samsung liegt laut dieser Statistik bei knapp 19 Prozent – obwohl Analysten laut HTC das Potenzial von Smartphone-VR überschätzten. Sony schafft es auf 13 Prozent, Oculus gar nur auf neun Prozent.

Diese Schätzung ist laut HTC richtig. Andere nicht. Bild: IDC

Diese Schätzung ist laut HTC richtig. Andere nicht. Bild: IDC

“Wir freuen uns, dass IDC die Lage richtig erkennt”, schreibt HTC, beantwortet jedoch nicht die Frage, inwiefern diese Erhebung einem möglichen generellen Abwärtstrend widerspricht. Im Kontext von HTCs Kritik an Analysten spielt sie keine Rolle.

Abschließend appelliert HTC an das Durchhaltevermögen aller Beteiligten: Es benötige Zeit und Mund-zu-Mund-Empfehlungen, eine neue Technologie zu etablieren.

Im Juni 2018 brach HTCs Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 68 Prozent ein, von 190 Millionen Euro auf rund 62 Millionen Euro – und das obwohl das neue Flaggschiff-Smartphone U12+ auf den Markt kam.

Das Unternehmen musste rund 22 Prozent der Mitarbeiter entlassen. Schon zuvor gab es Entlassungen. Im Herbst letzten Jahres wurden weite Teile der Smartphone-Abteilung für über eine Milliarde US-Dollar an Google verkauft.


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