Ein ebenso einfaches wie süchtig machendes Spielprinzip, auf Hochglanz poliert und mit Sorgfalt für Virtual Reality umgesetzt. Das ist Toy Clash.

Das Spiel versetzt einen in die Kindheit zurück, in der man mit seiner Spielzeugsammlung imaginäre Schlachten ausfocht. Ich starte Toy Clash und finde mich in einem Kinderzimmer an einem großen Schreibtisch sitzend wieder. Ein magisches Aufklapp-Bilderbuch öffnet sich und zaubert eine dreidimensionale Miniaturwelt hervor.

Ich sehe eine breite Straße, die zur linken Seite von einem Panzer begrenzt wird. Das ist meine Basis. Am rechten Ende der Straße steht die feindliche Burg, aus der Spielzeugsoldaten treten und mit böser Absicht auf meine Basis zumarschieren. Das muss ich verhindern, indem ich mit den 3D-Controllern aus einem Regal vor mir Einheiten ziehe und auf der Straße direkt vor mir platziere.

Mit Ressourcen haushalten

In Toy Clash greift das aus Echtzeitstrategiespielen bekannte Schere-Stein-Papier-Prinzip: Um in der Schlacht zu bestehen, muss ich wissen, welche meiner Einheiten gegen welche Gegner besonders effektiv sind. Da meine Streitkräfte automatisch den Gegner angreifen, der am nächsten steht, ist es wichtig, wo ich sie absetze.

Die Zahl rekrutierbarer Truppen ist begrenzt: Will ich einen Fußsoldaten in den Kampf schicken, kostet mich das 40 Punkte. Bogenschützinnen sind verletzlich, teilen aber gut aus. Sie kosten 50 Punkte. Und so weiter. Die Punkte laden sich zwar kontinuierlich und ohne mein Zutun auf, dennoch muss ich mit der Ressource haushalten und mir überlegen, welche Einheiten ich entsende.

Entscheidungen mit Folgen

In die Schlachten kann ich maximal zwei mächtige Fähigkeiten mitnehmen: zum Beispiel die Möglichkeit, einen Feuerball auf Gegner zu schleudern oder die eigenen Truppen zu heilen. Die Fähigkeiten haben je nach Mächtigkeit eine kürzere oder längere Abklingzeit. Mit der gewählten Kombination individualisiere ich meinen Spielstil und passe meine Strategie an die Erfordernisse der Schlacht an. Welche Fähigkeiten ich wähle, kann über Sieg oder Niederlage entscheiden.

Habe ich auf dem Schlachtfeld die Oberhand gewonnen, marschiert mein Heer auf die Burg zu und reißt sie trotz Verteidigungsanlagen Stück für Stück nieder. Ist sie zerstört, habe ich gewonnen.

Individualisierbarer Spielstil

Zwischen den Schlachten kann ich die durch Besiegen von Truppen gewonnene Währung einsetzen, um eigene Einheiten dauerhaft hochzustufen. Darin besteht eine weitere Möglichkeit, den Spielstil zu individualisieren.

Ich habe am Anfang alles in die Ausbildung der einfachen Fußsoldaten gesteckt und die anderen Einheiten belasssen. Ein solches Ungleichgewicht scheint unklug, entpuppte sich aber als eine valide Strategie: Da die Fußsoldaten nur wenig kosten, kann man besonders viele von ihnen in die Schlacht werfen. Gut ausgebildet, trampelt und knüppelt der baseballbewehrte Mob nach kurzer Zeit alles nieder – sehr zur Freude des Schlachtenführers.

Hervorragend in die Virtual Reality übertragen

Die Spielzeuge sind flüssig animiert, die Grafik hübsch und die Effekte poppig, sodass es eine Freude macht, den virtuellen Scharmützeln zuzusehen.

Es ist eine Sache, ein Echtzeitstrategiespiel auf einem flachen Monitor mit Maus und Tastatur zu spielen und eine vollkommen andere, das Schlachtgetümmel in 3D vor sich zu sehen, mit den eigenen Händen in den Kampf eingreifen und Einheiten über das Schlachtfeld bewegen zu können. Virtual Reality erweitert das Tower-Offense-Genre sinnvoll um Räumlichkeit, ohne wie ein Gimmick zu wirken.

Was noch wichtiger ist: Das Interface, die Spielmechanik, die Interaktion wirkt so selbsterklärend, so selbstverständlich, dass das Medium vollkommen in den Hintergrund tritt. Der Titel spielt sich hervorragend in der Virtual Reality.

Fazit: Ein Spiel mit Suchtfaktor

Das Spiel bietet geschätzt etwa fünfzig Schlachten, die je nach Strategie nicht länger als jeweils drei Minuten dauern sollten. Sie bieten teils besondere Szenarien und Herausforderungen, in denen man zum Beispiel gegen mächtige Bossgegner kämpft und Spezialfähigkeiten einsetzen muss.

Nach circa zwei Stunden bin ich in der Hälfte des Spiels angekommen und hoffe, dass der Schwierigkeitsgrad noch etwas anzieht, denn bis jetzt ist es nicht besonders herausfordernd.

Dennoch hatte ich selten so viel und so unkomplizierten Spaß in einem VR-Spiel. Obwohl es sich aufgrund der kurzen Schlachten für zwischendurch eignen würde, bin ich meist länger unter der VR-Brille verharrt, um noch eine Schlacht zu spielen. Und noch eine. Und noch eine. Vielleicht ist es besser, dass das Spiel eher kurz ist und irgendwann zu Ende ist.

Toy Clash ist bei Steam (14,99 Euro) für HTC Vive, Oculus Rift und Windows Mixed Reality, im Oculus Store für Oculus Rift (14,99 Euro) und Samsung Gear VR (4,99 Euro) und bei Google Play (4,99 Euro) für Daydream View erhältlich. Für das iPhone und iPad gibt eine AR-Version von Toy Clash im App Store. Getestet wurde mit Oculus Rift.

449,24 EUR
Oculus Rift + Touch Bundle
113 Bewertungen

Letzte Aktualisierung am 17.06.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API / Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

| Featured Image: 5minlab

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