VR-Brillen fliegen ohnehin nicht aus den Regalen, aber speziell PC-Brillen haben mit einem zusätzlichen Hindernis zu kämpfen: Grafikkarten werden teurer statt günstiger. Der Chiphersteller Nvidia erwartet, dass dieser Trend vorerst anhält.

Führende VR-Unternehmen bemühen sich mit besserer Software darum, Virtual Reality auf weniger leistungsfähigen PCs und Notebooks genießbar zu machen. Aber am Ende des Tages sind die Rendertricks Augenwischerei: Neue VR-Brillen wie Samsungs Odyssey, Vive Pro oder die Windows-Mixed-Reality-Geräte bieten eine höhere Auflösung und fordern entsprechend mehr Leistung vom Zuspieler. Außerdem wird VR-Software grafisch und technisch kontinuierlich anspruchsvoller.

Das bedeutet: Wer Highend-VR-Erfahrungen erleben will, braucht einen Highend-Rechner und muss regelmäßig in schnellere Pixelbeschleuniger investieren. Sonst macht der Trip in die Virtual Reality weniger Spaß.

Grafikkarten machen PC-VR teuer

Blöd nur, wenn die wichtigste Komponente für Highend-VR – direkt nach der VR-Brille – eher teurer wird als günstiger: Wer derzeit mit einem Mittelklasse-PC in VR einsteigen will, bezahlt allein für die Grafikkarte fast so viel wie für eine Oculus-Rift- oder Windws-VR-Brille. Hinzu kommen die restlichen PC-Komponenten, sofern noch nicht vorhanden.

Wer zukunftssicher investieren will, bezahlt mehr als das Doppelte: Nvidias Spitzenmodell 1080 Ti liegt im Durchschnitt bei über 1.000 Euro. Eine Oculus-Rift-Brille gibt es schon ab 430 Euro.

Nvidia: Hohe Preise bis ins dritte Quartal 2018

Jetzt berichtet ein Sprecher des US-Technikmarktplatzes Massdrop, dass sich die Preissteigerungen bei Grafikkarten bis in das dritte Quartal 2018 fortsetzen sollen. Erst dann entspanne sich der Markt voraussichtlich etwas. Diese Einschätzung soll direkt von Nvidia-Vertretern stammen.

Für diese für VR-Enthusiasten ungünstige Preisentwicklung gibt es zwei Gründe: Zum einen ist die Nachfrage nach Highend-Grafikkarten durch den Krypto-Mining-Hype deutlich gestiegen. Offenbar beliefern Hersteller die Miner sogar ab Werk und locken sie mit Spezialangeboten. Auch die Herstellung der Grafikchips soll speziell bei AMD hinterherhängen.

Zum anderen kaufen Apple und Samsung den Speichermarkt für ihre Smartphones leer und überbieten dabei Grafikkartenhersteller. Der Speichermangel verhindert eine Produktionssteigerung.

Die Folge: Grafikkarten von Nvidia und AMD werden deutlich über dem empfohlenen Verkaufspreis angeboten. Laut dem Massdrop-Sprecher wird sich an diesem Zustand in naher Zukunft nichts ändern.

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