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Virtual-Reality-Training soll Selbst­bewusstein bei Gehalts­verhandlungen fördern

von Matthias Bastian22. August 2016

Kann immersives Training mittels VR-Brillen Frauen dabei helfen, eine gerechtere Bezahlung zu erhalten? Ein US-amerikanisches VR-Startup geht davon aus.

Die “Gender Pay Gap” oder auf Deutsch “Geschlechter-Einkommenslücke” ist in den USA – und nicht nur dort – ein viel diskutiertes Problem. Frauen bekommen für die gleiche Arbeitsleistung weniger Lohn. Mit ein Grund dafür ist, dass sie weniger verhandlungsfreudig sind als Männer. Kommt die Sprache aufs Gehalt, geben sie schneller klein bei und begnügen sich mit dem Honorar, das ihnen angeboten wird. Laut einer US-Studie lässt sich nur eine von acht Frauen auf Gehaltsverhandlungen ein, während im Vergleich die Hälfte aller Männer um ein höheres Salär feilscht.

Die US-Regierung möchte diese Gehaltslücke unter anderem mit technologischen Innovationen schließen. Ein zweimonatiger Hackathon fand unter dem Dach der “Hack the Pay Gap”-Initiative der Obama-Regierung statt. Eine Reihe von Unternehmen wurden in das Weiße Haus eingeladen, um ihre Lösungen zu präsentieren.

In der Virtual Reality um Geld feilschen

Variable Labs, ein VR-Startup aus Kalifornien, hatte eine Gear-VR-Brille samt App im Gepäck. Das Unternehmen hat sich auf VR-Anwendungen spezialisiert, die Verhalten positiv beeinflussen und Empathie fördern sollen. Jeremy Bailenson, VR-Wissenschaftler an der Stanford Universität, hat in zahlreichen Experimenten den Nachweis erbracht, dass virtuell erlerntes Verhalten zumindest anteilig in den Alltag übernommen werden kann.

In einem virtuell simulierten Bewerbungsgespräch lernen Frauen, besser und härter zu verhandeln. Die immersive Wirkung soll den Lerneffekt verstärken. “Es ist, als würde man mit einem Interviewpartner im Raum sitzen”, sagt Mario de la Vega, Mit-Gründer von Variable. “Man hat die Chance, das Vorstellungsgespräch zu trainieren und so mehr Selbstbewusstsein aufzubauen.” Die virtuelle Gehaltsverhandlung wurde als 360-Video gefilmt und bietet eine verzweigte Handlung mit verschiedenen Enden, abhängig davon, welche Antworten die Teilnehmerinnen auswählen.

Variable Labs startet derzeit ein neues Projekt mit der Personalabteilung von Google, zu dem noch keine Details bekannt sind. Unter anderem arbeitet Variable im “VR for Good”-Programm von Oculus mit.

| Featured Image: Variable Labs (Instagram) | Source: WSJ | Via: Quartz