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Virtual Reality: US-Forschungslabor arbeitet an “haptischer Haut”

von Tomislav Bezmalinovic10. Mai 2017

Im Silicon Valley findet derzeit die GPU Technology Conference statt. Dort hat ein Forschungsinstitut der Cornell University eine neuartige Technologie für haptisches Feedback vorgestellt, die auf Druckluft und einen hautähnlichen Kunststoff setzt.

Das Organic Robotics Lab nennt die Technologie “Omnipulse”. Sie besteht aus pneumatischen Antriebselementen, die in einen weichen, aber widerstandsfähigen Kunststoff eingebettet sind. Laut den Forschern ist Omnipulse ausreichend flexibel, um in Controller, Handschuhe und haptische Westen integriert zu werden.

Der auf der GTC gezeigte Prototyp wurde über einen Vive-Controller gezogen und enthält zwölf Antriebselemente, von denen jedes über einen Schlauch mit einem Kompressor verbunden ist. Für die Vorführung sind diese Schläuche in einem relativen dicken Kabel untergebracht. Ausgehend von Befehlen der laufenden VR-Anwendung, pumpt der Kompressor Luft in die einzelnen Schläuche, sodass diese sich in einer bestimmten Weise und Reihenfolge aufblähen.

Das Ergebnis ist eine pulsierende Haut, die sich laut Ben Lang von Road to VR weitaus organischer anfühlt als bisherige, mechanische Lösungen für haptisches Feedback. “Wenn du sie arbeiten siehst, ohne sie in Händen zu halten, wie sie sich windet und schüttelt, dann ist das ein wenig unheimlich, weil sie so lebendig wirkt”, schreibt Lang.

Vorgeführt wurde Omnipulse am Beispiel von Nvidias VR Funhouse. Die Haut ließ den Redakteur den Rückschlag einer Waffe, das Schlagen eines Hammers gegen Objekte und das Betätigen einer Wasserspritzpistole zu spüren. Omnipulse kann auf der Basis von Luftdruck einen weitaus größeren Widerstand simulieren als die meisten mechanischen Lösungen.

Die Forscher sagen, dass es sich um einen frühen Prototyp handelt. Das Labor versuche derzeit herauszufinden, wie man das Pulsieren der einzelnen Elemente nutzen könne, um eine möglichst realitätsnahe Simulation von Widerständen zu ermöglichen. Sie betonen zudem, dass es Möglichkeiten gibt, auf einen strombetriebenen Kompressor zu verzichten, indem man komprimiertes Kohlenstoffdioxid einsetzt.

| Featured Image and Source: Road to VR

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