Anfang 2017 verriet Valve-Chef Gabe Newell, dass sein Unternehmen an gleich drei Virtual-Reality-Spielen arbeitet. Diese sollen im Nintendo-Stil von Grund auf für neue Hardware entworfen werden. Dass SteamVR überhaupt existiert, ist offenbar Facebook-Chef Mark Zuckerberg zu verdanken.

Schon bei der Ankündigung drei neuer SteamVR-Spiele im Januar 2017 deutete Newell an, dass Valve keine Software für HTC Vive oder Oculus Rift entwickeln wird, sondern schon für die nächste Virtual-Reality-Generation plant. Konkret dürfte es um Vorzeigespiele für die neuen Knuckles-Controller samt einer neuen VR-Brille gehen, Erscheinungstermin unbekannt.

Dass Valve Vorzeigespiele für neue Hardware beherrscht, demonstrierte das Unternehmen eindrucksvoll zum Launch von HTC Vive. Die VR-Erfahrungssammlung “The Lab” gehört zu den meistgenutzten Virtual-Reality-Inhalten überhaupt – und wohl auch zu den besten.

Valve will mehr wie Nintendo sein

Bei einer Präsentation des neuen digitalen Kartenspiels “Artifact” in Valves Büro in Bellevue, Washington, sprach Newell über Valves Pläne für neue Hard- und Software. Artifact sei eines von vielen neuen Spielen, die man zukünftig erwarten könne. “Wir werden wieder Spiele veröffentlichen”, verspricht Newell.

Dass es sich insbesondere um VR-Spiele handeln könnte, legen seine weiteren Aussagen nahe: “Wir entwickeln jetzt Hard- und Software parallel, das ist unser neuer Pfeil im Köcher.”

Newell wird konkreter: “Wir waren schon immer neidisch auf Nintendo. Wenn (Mario-Erfinder) Miyamoto ein neues Zelda oder Mario entwirft, dann denkt er darüber nach, wie die Controller aussehen und welche Leistung und Funktion die Konsole bietet.” Davon profitiere letztlich die Qualität der Hard- und der Software. “Das wollen wir auch so machen”, sagt Newell.

Valve entwirft zwar nicht nur Virtual-Reality-Hardware, aber HTC Vive, die neuen Knuckles-Controller sowie die kommende SteamVR-Brille von LG sind die Projekte mit der größten Strahlkraft.

SteamVR soll Zuckerbergs VR-Pläne ausbremsen

Dass Valve überhaupt Virtual-Reality-Hardware entwickelt, ist offenbar dem Einstieg von Facbeook ins VR-Geschäft zu verdanken. Bekannt ist, dass Valve eng mit Oculus zusammenarbeitete, bevor das Startup 2014 von Facebook übernommen wurde.

Valve zog sich sofort aus der Kooperation zurück, entwickelte die Vive-Hardware eigenständig weiter und fand in HTC einen Partner für Produktion und Vertrieb.

Er habe sich gesorgt, so Newell, dass der PC seinen Status als offene Plattform verlieren könnte und in ein geschlossenes Ökosystem überführt werde. Die Stärke der PC-Plattform sei jedoch die Offenheit.

“Zuckerberg hat bei Smartphone-Hardware total verloren, deswegen dachte er sich, er macht jetzt diese neue Sache, VR. Mit VR könnte er Apples geschlossenes und sehr lukratives Ökosystem nachbauen”, sagt Newell. “Das bereitete uns Sorgen und wir entschlossen uns, zu investieren, um dagegenzuhalten.”

Mit der Vive-Brille habe man nicht nur Zuckerbergs vermeintliche Pläne durchkreuzt, sondern bei ihrer Entwicklung auch viel über die Herstellung von Hardware gelernt.

“Vor fünf Jahren hatten wir noch keine Elektroingenieure, die Roboter bauen konnten”, sagt Newell. “Jetzt gibt es eigentlich kein Hardware-Projekt mehr, das wir uns nicht zutrauen. Wir können Chips entwickeln, wenn wir müssen, beherrschen industrielles Design und vieles mehr.”

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