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Virtual Reality: VR-Werbung soll deutlich besser konvertieren

von Matthias Bastian24. August 2016

Laut einer ersten Auswertung der VR-Werber von Immersv soll Werbung in Virtual Reality deutlich mehr Aufmerksamkeit generieren als Anzeigen im Netz.

Dem Internet sei Dank: Viele Inhalte werden – meist mehr schlecht als recht – über Werbung refinanziert und sind daher für den Endverbraucher kostenlos zugänglich. Zwar gibt es immer mehr Kritik an klassischen Kauf-mich-Botschaften und gleichsam Bestrebungen, neue und nutzenbringende Werbeformate einzuführen. Aber auf absehbare Zeit wird uns die gemeine Anzeige wohl weiter begleiten – auch in der Virtual Reality.

Zahlreiche Unternehmen arbeiten daran, das möglich zu machen. Eines davon ist das US-Startup Immersv, das unter anderem von HTC im Vive-X-Accelerator finanziert wird. Immersv will eine eigene Plattform für VR-Werbevideos etablieren.

Immersive Werbung: Mehr Klicks auf Anzeigen

Die Konversionsrate beschreibt in der Sprache der Werber die Anzahl an Menschen, die eine vom Werber gewünschte Tätigkeit ausführen. Bei der Online-Werbung ist das meist der Klick auf den Banner. Die Erfolgsquote ist dabei denkbar gering: Weniger als ein Prozent der Besucher einer Webseite klicken auf eine Anzeige.

Laut einer ersten Untersuchung von Immersv soll Virtual-Reality-Werbung das Potenzial haben, die klassische Online-Werbung um den Faktor dreißig zu übertreffen. Für den Testlauf im eigenen Videonetzwerk wurden 360-Werbevideos eingeblendet, wenn der Nutzer eine Anzeige ausreichend lange anschaute. Rund 30 Prozent der Nutzer “klickten” laut der Auswertung auf die VR-Werbung.

Derzeit bewirbt Immersv ausschließlich Apps. Pro 1.000 Ansichten konnten zwölf neue Nutzer gewonnen werden – ohne zusätzliche Anreize. Auch dieser Wert liegt weit über dem Durchschnitt herkömmlicher Online-Werbung (bis zu 0,5 Prozent).

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30 Prozent der Nutzer klickten auf eine Anzeige – deutlich mehr als am Smartphone oder am Desktop-PC. Bild: Immersv

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Auch bei den Installationen in Folge einer Werbeanzeige liegt VR-Marketing weit vorne. Bild: Immersv

Für die Werbebranche sind diese frühen Ergebnisse aber noch lange kein Grund, in Jubel auszubrechen. Die Werbeform ist neu, Nutzer sind neugierig, wissen vielleicht gar nicht, was sich hinter dem Klick verbirgt oder möchten schlicht und ergreifend experimentieren. Außerdem gibt es noch keine Werbeblocker für die Virtual Reality. Wenn das Medium in der breiten Masse ankommt und VR-Werbung alltäglich wird, dürften die Konversionsraten steil abfallen.

Anders sieht das Mihir Shah, Mit-Gründer von Immersv. Er geht davon aus, dass die neue Werbeform schon in 2017 eine wichtige Rolle spielen wird: “Ich habe noch nie solche hohen Konversionsraten gesehen, auch nicht […] als Mobile- oder Facebook-Apps neu waren. […] Das hat etwas mit dem Medium VR zu tun.” Laut Shah leistet Immersv bereits erste Auszahlungen an Publisher.

| Source: Venturebeat | Featured Image: Immersv (Facebook)