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Virtual Reality: Was hat AMD mit Niteros Drahtlostechnologie vor?

von Tomislav Bezmalinovic29. April 2017

Anfang April gab AMD bekannt, das texanische Unternehmen Nitero gekauft zu haben, das Chips für die drahtlose Übertragung großer Datenpakete entwickelt. AMD möchte mit dem erworbenen Wissen kabelloser Virtual Reality den Weg bereiten. In einem Interview erzählen AMDs Vizepräsident Roy Taylor und die Gründer von Nitero Pat Kelly und Sven Meseke, was sie in den folgenden Jahren gemeinsam erreichen wollen.

Dieses Jahr werden eine ganze Reihe von Herstellern Wireless-Module für stationäre VR-Brillen wie HTC Vive und Oculus Rift auf den Markt bringen. Das Ziel ist, sich der Kabel zum PC zu entledigen. “Kabel sind in zweifacher Hinsicht ein Problem. Erstens sind wir uns immer bewusst, dass sie da sind. Ein Teil unseres Bewusstseins ist stets damit beschäftigt, dass wir nicht stolpern oder die Kabel aus der Wand reißen. Das ist ein Hindernis für die Präsenz”, sagt Roy Taylor in einem Interview mit Techradar.

“Zweitens schränken die Kabel die Bewegungsfreiheit ein. Man kann sich mit ihnen immer nur zu einem gewissen Grad frei bewegen. Wenn wir die Kabel nicht hätten, würden wir weniger zögern, uns zu drehen, zu bewegen, zu tanzen.” Die drahtlose Übertragung von Bild und Ton sei folglich ein wichtiger Meilenstein für Virtual Reality.

Die Akquisition Niteros ergibt für AMD in mehrfacher Hinsicht Sinn. Einerseits sichert sich der Chiphersteller ein Standbein im Virtual-Reality-Markt. Andererseits ist AMD selbst ein Chiphersteller, der das nötige Wissen und die Ressourcen besitzt, um die Forschung in diesem Sektor entscheidend voranzubringen. Nitero unterscheidet von den meisten Herstellern von Wireless-Modulen, dass das Unternehmen die hierzu erforderlichen Chips selbst herstellt.

Die Macht der Drahtlostechnologie

AMD sieht die Zukunft in VR-Brillen, die dank Drahtlostechnologie die Grenzen zwischen stationärer und mobiler Virtual Reality verwischen. “Stell dir vor, du hast eine mobile VR-Brille, die du überallhin mit nimmst. Jetzt kommst du nach Hause, wo dein PC steht. Mit der Drahtlostechnologie könntest Du mit derselben Brille die Leistungsfähigkeit deines Rechners anzapfen”, sagt Pat Kelly, der Mitgründer von Nitero.

AMD glaubt, optimal für die Zukunft der Virtual Reality aufgestellt zu sein. Mit Niteros Wissen und Technologie kann das Unternehmen künftig ein aufeinander abgestimmtes Komplettpaket von CPU, GPU und Drahtlostechnik für Virtual Reality anbieten. “Nimm Rechenleistung, Grafik und Wireless-Funktionalität. Das sind alles Dinge, von denen Virtual Reality mehr braucht. AMD kann alle Bedürfnisse gleichzeitig befriedigen”, sagt Roy Taylor.

Laut dem Nitero-Mitgründer Sven Meseke gehe das obige Anwendungsszenario über Virtual Reality hinaus, sodass auch auch Augmented Reality profitieren könne: “Stell dir vor, wie du mit dem Fahrrad zur Arbeit fährst und deine AR-Brille trägst, die eine sehr bescheidene GPU-Leistung hat. Du kriegst auf der Fahrt nur die wichtigsten Verkehrsinformationen angezeigt. Wenn du im Büro ankommst, öffnest du deinen Laptop und hast dank unserer Drahtlostechnologie Zugriff auf die volle AR-Funktionalität.”

Kommt eine Windows-Brille von AMD?

AMD arbeitet seit längerem an einer autarken VR-Brille namens Sulon Q, die schon längst hätte erscheinen sollen. Sehr wahrscheinlich will AMD die VR-Brille zuerst um Niteros Drahtlostechnologie erweitern, um das oben beschriebene Anwendungsszenario zuzulassen. In dem Interview stellt Roy Taylor in Aussicht, dass man die Früchte der Zusammenarbeit zwischen AMD und Nitero “früher als erwartet” sehen werde.

Roy Taylors Rolle ist bei AMD nebst seinem Posten als Vizepräsident dafür verantwortlich, strategische Allianzen mit anderen Vertretern der Industrie zu schmieden. “Wir sind mit allen Akteuren im Gespräch”, sagt Taylor. Einer dieser Akteure ist Microsoft. Taylor deutete Anfang April an, dass AMD und Microsoft in Sachen Virtual Reality und Xbox Scorpio zusammenarbeiten werden.

Diese Kooperation umfasst wahrscheinlich mehr als nur die Hardware, die AMD zur neuen Konsole beiträgt. Denkbar wäre, dass die kommende VR-Brille des Unternehmens mit Xbox Scorpio kompatibel wird. Sulon Q erfüllt mit seinen beiden Tiefenkameras und dem damit verbundenen Inside-Out-Tracking jedenfalls Microsofts Grundvoraussetzungen für Virtual Reality.

| Featured Image: AMD | Source: Techradar

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