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Virtual Reality: Was können VR-Entwickler von mobilen Spielen lernen?

von Tomislav Bezmalinovic26. Mai 2017

Letzten Juni wechselte Oskar Burman in die VR-Spielentwicklung. Davor arbeitete er viele Jahre an Spielen für mobile Geräte. Auf der Nordic Game Conference hielt er einen Vortrag über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Plattformen.

Vor einem Jahr noch leitete Oskar Burman das Stockholmer Studio von Rovio. Das finnische Unternehmen stellt Spiele für mobile Geräte her und konnte mit “Angry Birds” eine der bisher erfolgreichsten Marken in diesem Sektor etablieren. Im Juni 2016 verließ Burman Rovio, um mit Kollegen von EA und DICE ein VR-Studio zu gründen.

Bei Fast Travel Games möchte Burman auf seinen Erfahrungen mit mobilen Free-to-Play-Titeln aufbauen und VR-Spiele schaffen, die man wieder und wieder spielt. Dass man das Erfolgskonzept von F2P-Spielen dabei nicht ohne weiteres auf Virtual Reality übertragen kann, ist Burman bewusst.

“Mit dem Wachstum der Spielerbasis werden sich F2P-Titel stärker verbreiten. Dennoch denke ich, dass das Genre nicht so vorherrschend sein wird wie im mobilen Sektor. […] Selbst wenn die Mehrheit F2P-Titel wären, wird es dennoch einen Markt für Premium-Spiele geben, so wie heute auf dem PC”, sagte Burman auf der Nordic Game Conference, von der die US-Seite Games Industry berichtet.

Mehr potenzielle Kunden im Bereich von Mobile-VR

Aus diesem Grund ermutigt Burman Studios – insbesondere im Bereich von Highend-VR – Premium-Titel mit einem fixen Preisetikett zu entwickeln. “Wenn du 1000 US-Dollar oder mehr für einen PC und eine VR-Brille ausgibst, dann bist du auch bereit, dir ein paar gute Spiele zu kaufen”, sagt Burman.

Obwohl Highend-VR derzeit viel Aufmerksamkeit bekomme, sei die potenzielle Kundschaft bei mobilen VR-Brillen dennoch höher. Burman glaubt, dass diese Plattformen etwa 10 Millionen potenzielle Kunden umfasst. Für die seien jedoch andere Kriterien ausschlaggebend seien als für PC- und Konsolenspieler.

“Es gibt ganz sicher Spieler in dieser Zielgruppe, aber auch solche, die mit Gaming nichts am Hut haben und Virtual Reality ausprobieren wollen.” Die hätten Interesse an Spielen, aber auch an vielen anderen Arten von Software. Großes Potenzial sieht Burman in Sandbox-Titeln. “Was wird das nächste Minecraft VR? Ich bin sicher, dass in diesem Gebiet etwas Spektakuläres passieren wird.”

Virtual Reality ist nichts für zwischendurch

Nachforschungen seines Unternehmens hätten ergeben, dass VR-Spieler etwa so häufig in die Virtual Reality abtauchen wie traditionelle Gamer, aber weitaus kürzer. Statt 90 bis 150 Minuten pro Spielsitzung würden VR-Spieler zwischen 20 und 30 Minuten in der Virtual Reality verweilen.

Er schließe daraus, dass Titel mit Spieltiefe im Bereich der Virtual Reality ebenfalls gefragt sind. “Die Menschen wollen in die gleiche Art von Welt eintauchen, die sie in traditionellen Spielen finden und die Entwicklung solcher Universen wird im Falle von Virtual Reality noch wichtiger werden”, glaubt Burman.

Als Entwickler mobiler Spiele hat Burman einen wichtigen Tipp für VR-Studios, die Produkte für eine ähnliche Kundschaft auf den Markt bringen wollen: Spiele sollten sich schnell starten lassen und mit möglichst kurzen Ladezeiten auskommen.

Entwickler müssten sich darüber hinaus bewusst sein, dass es schwierig ist, VR-Spiele zu programmieren, die man zwischendurch und nur ein paar Minuten spielen kann und die den Spieler dennoch zufriedenstellen.

Das liegt laut Burman daran, dass es stets einige Minuten dauert, bis Virtual Reality eingerichtet ist. “Mobiles Gaming ist etwas, dass du auf der Toilette tust. Man könnte Virtual Reality auf der Toilette ausprobieren – ich habe es noch nicht versucht.”

| Featured Image: Rovio | Source: Games Industry

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