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Virtual Reality: Werbeanzeigen sollen VR-Brillen günstiger machen

von Matthias Bastian11. März 2017

Die VR-Brille “Hacker Dev Kit” samt Ökosystem ist der gemeinschaftliche Versuch mehrerer Unternehmen, einen offenen Standard für Virtual Reality zu etablieren und Hardware mit einem ausgeglichenen Preis-Leistungs-Verhältnis anzubieten. Angeführt wird die Initiative von Razer und dem Hersteller Sensics.

Auf der Game Developers Conference Anfang März zeigte Sensics die “Sensics Home Suite”, eine neue Benutzeroberfläche samt Store für die Razer-VR-Brille. In der Home Suite kann der Nutzer OSVR kompatible Software herunterladen und starten. Unterstützt werden alle Geräte, die auf Basis der OSVR-Entwicklungsumgebung laufen.

Ähnlich wie Oculus Rift und Steam VR mit dem Guardian- respektive Chaperone-System bietet die Home Suite eine visuelle Begrenzung des Trackingbereichs an. Die sorgt dafür, dass der VR-Brillenträger nicht gegen den Monitor schlägt oder vor eine Wand läuft. Das System ist mit allen von OSVR unterstützten Trackingverfahren kompatibel.

Die neue Plattform ist – ähnlich wie HTCs Viveport – nicht in erster Linie für Spieler gedacht. Die Industrie könne nicht allein mit “Hardcore-Gamern” und “reichen Early-Adoptern” erfolgreich sein, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Laut Sensics richtet sich die Home Suite “an alle Unternehmen aus allen Industrien” und bietet sowohl die Möglichkeit, neue Hard- als auch Software zu veröffentlichen. Unternehmen können die Home Suite grafisch adaptieren und für ihren eigenen Markenauftritt optimieren.

Wie bei Amazons Kindle: Mit Werbeanzeigen teure Hardware subventionieren

Ab dem zweiten Quartal 2017 versucht Sensics Entwickler und Unternehmen mit einer weiteren Möglichkeit zur Kommerzialisierung zu locken. Über eine Schnittstelle zu Werbeplattformen können automatisiert Anzeigen in VR-Erfahrungen eingeblendet werden, beispielsweise während der Ladezeiten. Das funktioniert bei allen VR-Apps, die mit Unreal, Unity und Lumberyard programmiert wurden.

Die Werbeanzeigen können anhand von geographischen Daten präzisiert werden. Sollten zukünftige OSVR-Brille mit Eyetracking-Kameras auf den Markt kommen, möchte das Unternehmen Heatmaps generieren, die Werbern zeigen, ob und wie intensiv eine Anzeige betrachtet wurde. Das liefert Hinweise für die Optimierung einer Kampagne oder zur Nutzererwartung.

Sensics spekuliert außerdem, dass die VR-Werbung langfristig dabei helfen könnte, die Kosten für VR-Brillen zu senken. Ähnlich wie Amazon beim Ebook-Reader Kindle könnten Hersteller Geräte mit und ohne Werbeeinblendungen verkaufen, letztgenannte entsprechend günstiger.

Mehr Informationen zur Sensics Home Suite gibt es hier.

| All Images: Sensics | Via: Tom’s Hardware / Sensics

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