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HTC Vive: Werde DJ im eigenen Klub – “TheWaveVR” ausprobiert

von Tomislav Bezmalinovic13. April 2017

TheWaveVR ist eine soziale Plattform, die das moderne Kluberlebnis in die Virtual Reality trägt. Anders als in der Realität kann man jederzeit einen eigenen Klubraum eröffnen und selbst ans Mischpult treten. Nun ist die App bei Steam im Early Access erschienen.

Die Entwickler haben ehrgeizige Ziele mit ihrem Projekt: “TheWaveVR ist eine Plattform für aufstrebende, professionelle elektronische Musiker, die es ihnen ermöglicht, von überall aus und zu jeder Zeit Shows vor Millionen von Fans zu spielen.” Teile des Teams arbeiteten zuvor beim Entwicklerstudio Harmonix, das bekannt ist für das Musikspiel Rock Band, das kürzlich einen VR-Ableger bekam.

Letzten August steckten eine Reihe von Investoren 2,5 Millionen US-Dollar in das Projekt. Wie Venturebeat berichtet, sind jetzt weitere 4 Millionen hinzugekommen. Zeitgeich zu dieser Ankündigung machen die Entwickler die App zum ersten Mal der Öffentlichkeit zugänglich. Nach einem kurzen Besuch in den virtuellen Räumlichkeiten von TheWaveVR kann ich die Begeisterung um die App nachvollziehen, und das obwohl ich selten in einem Klub anzutreffen bin.

Tron trifft auf LSD

TheWaveVR ist in mehrere Räume aufgeteilt. Der erste Raum ist privat und kann von niemand anderem betreten werden. In einem großen Spiegel kann man sein virtuelles Alter Ego betrachten. Der Standardavatar ist ein leuchtendes Cyberwesen in Tron-Ästhetik, das von den Konturen her an eine Katze erinnert.

Wie in der Realität dient der private Raum der Vorbereitung auf die Party. Vermutlich wird man früher oder spätere verschiedene Outfits erwerben können, die man in diesem Raum anprobieren kann. Hier findet man außerdem eine Liste von Freunden und deren Status.

Der zweite Raum ist der Eingangsbereich des virtuellen Klubs. Von hier aus gelangt man entweder in eine Lounge oder direkt in die Halle, wo die Musik spielt. Die Lounge darf man sich nicht als einen Raum mit Möbeln und einer Bar vorstellen. Sie ist ein offenes Experimentierfeld, in der man mit anderen Nutzern, Objekten und audiovisuellen Effekten interagieren kann.

Einige der Effekte können auf andere Nutzer angewendet werden. Dann verschmilzt man mit diesem in einer Animation, die ganz drogenfrei eine psychedelische Erfahrung simuliert. Diese Effekte sind entweder gratis oder können gegen eine virtuelle Währung erworben werden.

Der DJ als Schöpfer einer ganzheitlichen Erfahrung

Das Aufregendste an TheWaveVR ist der Klub selbst, der sich auf einem Plateau befindet. Hier kann man sich auf das DJ-Podest hinaufteleportieren und steht dann vor einem Mischpult. Aus einer noch begrenzten Anzahl von Platten wählt man Tracks aus und legt diese mit den Vive-Controllern auf die Plattenspieler.

Mit einem Schieberegler blendet man von einem Stück zum nächsten über. Auf der Platte wird angezeigt, wie schnell der Beat des Tracks ist, sodass man leicht ein passendes Stück elektronische Musik findet. Der Klang lässt sich mit Hilfe weiterer Regler feinanpassen. Außerdem sind zu beiden Seiten zwei schwebende Quader zu finden, in die man mit den Vive-Controllern greifen kann, um die Musik zu verfremden. Das funktioniert sehr intuitiv und macht Spaß.

Schließlich kann man in der Rolle des DJs zwischen einer Reihe unterschiedlicher Szenen wechseln. Der schwarze Himmel über dem Plateau wird dann in eine schrille Animation getaucht. Auf diese Weise wird der DJ zum Schöpfer einer ganzheitlichen audiovisuellen Erfahrung. Feinanpassungen können ebenfalls vom DJ oder von einer zweiten Person vorgenommen werden.

TheWaveVR will regelmäßig Konzerte anbieten, bei denen professionelle DJs auflegen. Als ich die App testete, fand gerade keine Veranstaltung statt. Einen richtigen Eindruck von TheWaveVR gewinnt man wohl erst, wenn ein solches Ereignis stattfindet und mehr Nutzer anwesend sind.

The Wave ist kostenlos für HTC Vive bei Steam erhältlich. Eine fehlerfreie Unterstützung von Oculus Rift ist laut dem FAQ nicht garantiert.


| Featured Image: TheWaveVR (Youtube-Screenshot) | Source: Venturebeat

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