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Virtual Reality: Wie sieht das Twitch für die virtuelle Realität aus?

von Matthias Bastian10. September 2016

Das Live-Streaming-Portal Twitch ist eine große Erfolgsgeschichte. In Zeiten, in denen YouTube fast alle ähnlichen Plattformen in den Schatten stellt, konnte sich die Gaming-Seite eine eigene Nische erobern. Mit Virtual Reality kommt jetzt eine neue Herausforderung auf Twitch und ähnliche Streaming-Dienste zu.

In 2011 merkten die Macher von Justin.tv – einer generischen Live-Streaming-Plattform – dass es in der Nische vielleicht mehr zu holen gibt als im Wettbewerb mit allen. Sie gründeten das Schwesterunternehmen Twitch.tv, das sich speziell an Fans von E-Sports und Videospielen richtet. Die neue Plattform wurde schnell zur Erfolgsgeschichte, die in die Übernahme durch Amazon für fast eine Milliarde US-Dollar gipfelte. Twitch ist heute mit großem Abstand die populärste Plattform für das Live-Streaming von E-Sport-Events. Und die finden gerade bei jungen Zielgruppen immer mehr Anklang.

Wie überträgt man E-Sports in VR?

Jetzt stehen Twitch und ähnliche Plattformen wie YouTube Gaming vor einer neuen Herausforderung: Wie überträgt man elektronischen Sport, der nicht am Monitor, sondern in Virtual Reality stattfindet? Denn so wirklich gut lässt sich das virtuelle Erlebnis nur erfassen, wenn man selbst in die VR-Umgebung eintaucht.

Das US-Startup Vreal hat dies erkannt und arbeitet an einer Lösung, die den Zuschauer zu den E-Sport-Stars auf das Spielfeld beamen soll. Streamer können mit den Werkzeugen von Vreal spezielle Virtual-Reality-Streams anbieten, bei denen sie virtuelle Kameras in ihrer Spielumgebung positionieren. An den Stellen, wo eine Kamera platziert wurde, können Zuschauer anschließend in die Virtual Reality springen und als Augenzeuge live vor Ort sein.

Wem E-Sport nichts sagt: Das wäre so, als würde man beim Elfmeter gemeinsam mit anderen Fußballfans neben Manuel Neuer auf der Torlinie stehen oder auf dem Green zusammen mit Tiger Woods die optimale Puttingstrategie ausknobeln.

Theoretisch könnten Avatare sogar die Führung der virtuellen Kamera übernehmen. Plötzlich gäbe es einen neuen Beruf: Kameramann in der Virtual Reality.

Keine Konkurrenz für Twitch oder YouTube

Vreal versucht gar nicht erst, in Konkurrenz zu Twitch oder YouTube Gaming zu treten. Stattdessen soll die selbstentwickelte Technologie dabei helfen, bessere VR-Streams auf bereits vorhandenen Plattformen zu ermöglichen. Dafür sucht Vreal das Gespräch mit den Entscheidern der Plattformbetreiber und nach Wegen, die Vreal-Werkzeuge bei Twitch und Co. zu integrieren.

Eine erste Beta-Version von Vreal soll Ende 2016 für alle gängigen VR-Brillen erscheinen, mobil und stationär. Mehr Infos gibt es auf der offiziellen Webseite.

| Via: Upload VR / Vreal | Featured Image: Vreal