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Virtual Reality: Wie sieht die Zukunft der Pornografie aus?

von Tomislav Bezmalinovic18. Mai 2017

Auf Mallorca findet derzeit die Eurowebtainment statt. Auf einer Pressekonferenz trafen sich eine Reihe von Unternehmern aus der Erotikbranche, um über die Zukunft der Pornografie zu sprechen.

Für René Pour sind VR-Pornos erst der Anfang. Der deutsche Unternehmer ist Gründer und Geschäftsführer von Reality Lovers, einer Internetseite, die seit gut einem Jahr einschlägige Filme für ein internationales Publikum produziert. Die Zukunft der Pornografie sieht Pour in Erfahrungen, die mehr Interaktivität bieten als 360-Grad-Videos.

Pour denkt hierbei nicht an VR-Pornospiele, sondern an AR-Anwendungen, die Reales und Digitales wirkungsvoll vermischen. Stefan Geisler, der ihm als technischer Berater zur Seite steht, denkt zum Beispiel an Hologramme virtueller Gespielinnen, die von einer AR-Brille perspektivisch korrekt in den Raum projiziert werden und auf das Verhalten des Nutzers reagieren.

Den virtuellen Sex spüren, statt nur sehen

Mugur Cosmin Frunzetti glaubt, dass solche Erfahrungen gut beim Publikum ankommen könnten. Der Unternehmer betreibt die Internetseite Studio 20, die erotische Webcam-Shows anbietet. Frunzetti hat seine Kundschaft befragt und herausgefunden, dass wenig Interesse an herkömmlicher VR-Pornografie besteht. Erfahrungen, die die Realität nicht gänzlich ausblenden, sondern gleichsam als Bühne verwenden, seien eher gefragt.

Für Dennis Beentjes von Cam4 liegt die Zukunft der Pornografie in VR-Erfahrungen, die den virtuellen Sex nicht nur sehen, sondern auch spüren lassen. Cam4 ist einer der weltweit größten Anbieter für Webcam-Shows und die erste Internetseite, die solche Darbietungen in der Virtual Reality durchführte. Wie Beentjes verrät, arbeiten die Betreiber von Cam4 mit Hochdruck an der Integration einer Software, die den Einsatz von Teledildonics ermöglicht.

Mit entsprechender Technologie ausgerüstet, könnten das Webcam-Model und der Nutzer über das Internet Berührungen übertragen. Bis eine solche Technologie von einer größeren Zahl Menschen eingesetzt wird, dürfte es aber noch Jahre dauern, sagt Beentjes. Selbst an den VR-Shows hätten die Nutzer derzeit wenig Interesse. Weniger als ein Prozent der Nutzer machen von dem Angebot Gebrauch.

Die Nutzererfahrung muss besser werden

Dass VR-basierte Pornografie noch einen weiten Weg vor sich hat, bestätigt auch Michael Reul. Reul ist Investor von AliceX, einer VR-Plattform, die intime Webcam-Shows mit exklusiven Models anbietet, die als virtuelle Freundinnen auftreten. Reul sagt, dass die derzeitige Nutzererfahrung zwar gut, aber nicht großartig sei. Kunden müsse ein bruchloses Erlebnis geboten werden, sodass die Vorteile gegenüber herkömmlicher Pornografie hervortreten.

Dazu gehört auch, dass man pornografische Inhalte mit jeder VR-Brille einfach und unkompliziert ansteuern kann, meint Tilman Petersen. Derzeit sei das Gegenteil der Fall. Das große Angebot an VR-Brillen würde die Kundschaft verwirren, außerdem müsse man Geduld mitbringen und technisch versiert sein, um VR-Pornos auf den Geräten zum Laufen zu bringen.

Aus diesem Grund arbeitet Petersen an einem App Store für pornografische Inhalte namens Lazeeva. Dieser kann als App heruntergeladen werden und soll die Kompatibilität mit VR-Brillen garantieren. Nutzer müssen lediglich Lazeeva installieren und erhalten sofort und unkompliziert Zugriff auf erotische Inhalte, die bei Google Play und iTunes nicht zugelassen werden. Sind die Konsumenten mit der Nutzung der Geräte zufrieden, so würde das zu einer rascheren Verbreitung von Virtual Reality führen, glaubt Petersen.

| Featured Image: VRODO

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