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Virtual Reality: Zwölf VR-Apps für den Einstieg in WebVR

von Tomislav Bezmalinovic13. August 2017

Mozilla Firefox unterstützt seit dem 8. August WebVR und ist damit der erste Standardbrowser, der den Zugriff auf VR-Inhalte aus dem Internet erlaubt. Das neue Webformat verspricht einen unkomplizierten und plattformunabhängigen Zugang zu Virtual Reality. Doch WebVR steht ganz am Anfang, wie mein Selbstversuch zeigt.

Für meinen ersten Ausflug in die browsergestützte Virtual Reality hatte ich rund 50 WebVR-Anwendungen herausgesucht. Doch wie sich herausstellte, funktionieren die meisten Apps (noch) nicht oder haben eine geringe Qualität.

Dass viele Anwendungen den Dienst verweigern, kann mehrere Gründe haben. Einige davon sind vermutlich noch nicht für Oculus Rift optimiert oder basieren auf einer anderen WebVR-Version, die Firefox nicht unterstützt. Eine App verlangte nach dem experimentellen Google-Browser Chromium, der das neue Webformat ebenfalls unterstützt. Plattformunabhängigkeit sieht anders aus.

Einige Apps laufen zwar, aber ruckeln oder sind wegen anderer Fehler unspielbar. Nur wenige Anwendungen unterstützen Oculus Touch. Bei der Standardisierung der Inhalte muss also noch viel passieren, bis WebVR das hält, was es verspricht.

Zwölf WebVR-Apps, die mit Oculus Rift funktionieren

WebVR mit Mozilla Firefox funktioniert ab Version 55 des Browsers. Um eine WebVR-App zu starten, muss man nur die betreffende Internetseite aufrufen und den VR-Modus starten. Danach kann man Oculus Rift aufsetzen und loslegen. Nachfolgend sind zwölf VR-Apps gelistet, die mit der VR-Brille funktionieren.

A-Blast (Link)

Ein simpler Shooter, der wie kaum eine andere WebVR-App vollumfänglich Oculus Touch unterstützt.

A-Painter (Link)

Ein Tilt-Brush-Klon, der weniger Funktionen bietet, aber kostenlos ist.

A-Saturday-Night (Link)

Man wählt einen Avatar und legt mit dem Kopf und den Händen in einer virtuellen Disko der 70er-Jahre einen Tanz hin. Der wird aufgezeichnet und kann per URL geteilt werden.

A Way to Go (Link)

Man bewegt einen gezeichneten, zweidimensionalen Charakter durch einen Schwarzweiß-Wald, der in 360-Grad gefilmt wurde. Während des Spaziergangs kann man innehalten und Details des Walds bewundern. Recht ungewöhnlich, aber schön gemacht.

Cecropia’s Hall (Link)

Ein Ausstellungsraum mit virtuellen Gemälden und Statuen. Ähnliche Kunst-Apps gibt es zuhauf für HTC Vive und Oculus Rift, aber diese hier wurde mit WebVR umgesetzt.

Cru-Ci-Form (Link)

Die Visualisierung eines architektonischen Entwurfs mittels Virtual Reality. Zeigt einen Raum mit einer schwebenden, wabernden Kugel und beweist, dass realistische Grafik auch in WebVR möglich ist.

Finding Love (Link)

Finding Love erzählt eine Liebesgeschichte mit einfachen, abstrakten Mitteln. Mit dem Blick steuert man einen leuchtenden Kristall durch fünf animierte Sequenzen, die unterschiedliche Phasen und Gemütslagen der Liebe symbolisieren.

Inside Renault Kadjar (Link)

Die App zeigt beispielhaft, wie man in der Virtual Reality das detaillierte Innere eines realen Automodells begutachten und konfigurieren kann.

Konterball (Link)

Eine Tischtennisspiel, bei dem man den Schläger mit Kopfbewegungen steuert. Kann zu zweit gespielt werden.

Puzzle Rain (Link)

Eine interessante musikalische VR-Erfahrung in einer abstrakten Landschaft, in der man mit Oculus Touch virtuelle Objekte durch Berührung zum Klingen bringt. Ruckelt leider ziemlich stark.

Sketchfab (Link)

Die größte 3D-Modellbibliothek der Welt. Allein hier könnte man Stunden verbringen – wenn die WebVR-Funktionalität einigermassen gescheit implementiert wäre. Um zwischen 3D-Modellen zu wechseln, muss man jedes Mal die VR-Brille abnehmen und mit Maus und Tastatur das nächste Objekt suchen und aufrufen.

Die Navigation im VR-Modus lässt ebenfalls zu wünschen übrig. Derzeit wird lediglich Teleportation unterstützt. Aktiviert man den Modus “First Person”, kann man sich immerhin mit den WASD-Tasten fließend durch die Welt bewegen. Künstliche Drehungen um die eigene Achse sind nicht möglich. Mit dem Analogstick von Oculus Touch kann man das 3D-Modell vergrößern und verkleinern. Die beliebtesten 3D-Modelle findet man hier.

Sketchfab unterstützt seit kurzem Animationen. Sehenswert ist der Animationsfilm Lily & Snout, der komplett von Sketchfab gerendert wird und in der Virtual Reality erlebt werden kann.

Virtual Reality Art Sessions (Link)

In dieser WebVR-Anwendung von Google kann man einem Tilt-Brush-Künstler beim Malen eines 3D-Kunstwerks zuschauen. Der Künstler wurde in 3D gescannt und erscheint als Punktewolke.

Weitere WebVR-Anwendungen für Experimentierfreudige

Wer sein Glück mit HTC Vive und Chromium versuchen möchte, findet unter den folgenden Adressen weitere WebVR-Apps:

  • Google WebVR Experiments (Link)
  • Mozillas Liste von WebVR-Apps (Link)
  • Die WebVR-Version der VR-Filmplattform Within (Link)

Eine Übersicht der WebVR-Browser und unterstützter VR-Brillen findet man hier. Weiterführende Informationen und Installationsanleitungen kann man hier einsehen.

Falls ihr gute WebVR-Apps kennt, die mit HTC Vive und Oculus Rift funktionieren, dann hinterlasst doch einen Kommentar oder schreibt an die E-Mail-Adresse tomislav at vrodo de. Danke!

| Featured Image: klicek (via Sketchfab)

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