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Virtual und Augmented Reality: Investitionen auf Rekordniveau in 2016

von Matthias Bastian31. Januar 2017

In 2016 floss so viel Geld wie nie zuvor in den neuen Markt für räumliche Computer. Dennoch sind die investierten Beträge im Vergleich zu anderen Branchen noch gering.

Rund 1,8 Milliarden US-Dollar wurden laut einer Marktanalyse von Greenlight Insights im vergangenen Jahr in Virtual und Augmented Reality investiert. Die beiden Vorjahre 2015 mit 594 Millionen US-Dollar und 2014 mit 796 Millionen US-Dollar wurden somit deutlich übertroffen.

Das meiste Geld floss in Unternehmen in der Frühphase der Produktentwicklung. Bekanntere Unternehmen, die bereits in die zweite oder dritte Finanzierungsphase starteten, sind die Live-Streamingexperten von Next VR oder das Augmented-Reality-Startup Magic Leap.

Rund eine Milliarde des Investitionsvolumens ging an die Augmented-Reality-Branche. Die Statistik wird durch die Mega-Investition in Magic Leap über 794 Millionen US-Dollar verzerrt. Konzerne wie Google oder Alibaba steckten Millionen US-Dollar in das Startup. Eine Produktvorstellung wird für 2017 erwartet. Aufgrund eines negativen Medienberichts kamen zuletzt Zweifel auf, ob Magic Leap dem Vertrauen der Investoren gerecht werden kann.

Die Lücke zwischen Magic Leap und den nachfolgenden Augmented-Reality-Unternehmen ist groß: Meta, Lumus und ODG sind allesamt unterwegs im Markt für AR-Hardware, konnten aber jeweils nur circa 50 Millionen US-Dollar einsammeln. Ebenfalls rund 50 Millionen US-Dollar gingen an die Entwickler der Smartphone-App Blippar. Die Anwendung erkennt Gesichter und Objekte und kann kontextbezogene Informationen einblenden.

Investitionen in VR und AR in den letzten Jahren. Bild: Greenlight Insights

Investitionen in VR und AR in den letzten Jahren. Bild: Greenlight Insights

Virtual Reality: Entertainment und Live-Streaming sind für Investoren interessanter als Gaming

Den ein oder anderen mag die Finanzverteilung im Virtual-Reality-Markt überraschen: Mehr als 200 Millionen US-Dollar gingen an Produzenten, die Inhalte außerhalb von Games erstellen.

Besonders stark konnten sich die Streamingspezialisten von Next VR positionieren, die rund 80 der 200 Millionen US-Dollar für sich beanspruchen. Next VR übertrug in 2016 zahlreiche Events und Sportveranstaltungen direkt in die VR-Brille. Das Startup hat unter anderem einen Deal mit der US-Basketballliga NBA und zeigt wöchentlich ein Spiel.

Allein die Investitionen in Next VR schlagen das Finanzierungsvolumen der Branche für VR-Spiele, das laut der Greenlight-Analyse bei 78 Millionen US-Dollar liegt. Die größten Deals konnten die Spieleentwickler von Survivos (Raw Data) und Starbreeze abschließen.

Rund 60 Millionen US-Dollar wurden in den Markt für VR außer Haus gesteckt, darunter spezielle VR-Spielhallen wie The Void und VR-Arcades, die gewöhnliche VR-Systeme wie Ouclus Rift und HTC Vive ausstellen.

Mit nur 25 Millionen US-Dollar floss vergleichsweise wenig Geld in die Entwicklung sozialer VR-Erlebnisse und neuen Formen der Kommunikation via Telepräsenz. Das ist überraschend, denn Social-VR und speziell die Telepräsenz werden – gerade von Facebook-Chef Marc Zuckerberg – als die potenzielle Killer-App für Virtual Reality gehandelt.

Im Bereich VR-Hardware ging die größte Summe an das Unternehmen Mindmaze. Rund 100 Millionen US-Dollar steckten Investoren der indischen Hinduja-Gruppe in das Startup, das sich laut Gründer Tej Tadi zum Ziel gesetzt hat, “eines der wichtigsten neuromedizinischen Unternehmen der Welt” zu werden.

Mindmaze arbeitet an einer VR-Brille mit Hirnstrommessung, bei der man mittels Gedankenkraft mit Anwendungen interagieren kann. Das Gerät wird derzeit vornehmlich bei der Therapie von Schlaganfallpatienten eingesetzt.

Die langfristige Vision geht jedoch darüber hinaus: Mindmaze soll ein hochgradig immersives Allzweckgerät für VR werden, das Nutzer die Virtual Reality so erleben lässt, “wie sie sein sollte”.

Weitere 100 Millionen US-Dollar sammelte das chinesische Unternehmen Roobo ein, das an einer Reihe VR-Brillen unter dem Markennamen “Idealens” arbeitet. Auf der offiziellen Webseite wird unter anderem das Modell “VR Monster” als “erscheint demnächst” gelistet. Die Brille soll mit 8K bei einem Sichtfeld von über 180 Grad auflösen.

Laut den Analysten ist die VR- und AR-Branche trotz der investierten Rekordsumme noch immer klein. Die 1,8 Milliarden US-Dollar sind nur ein Prozent der gesamten Investorengelder, die 2016 ausgeschüttet wurden.

Zum Vergleich: Neun Prozent gingen an Unternehmen, die neue Möglichkeiten im Bereich Transport und Mobilität entwickeln. Weitere 3,5 Prozent bekamen Startups, die sich mit der digitalen Finanzwirtschaft beschäftigen.

| Featured Image: Greenlight | Source: Greenlight Insights | Via: Road to VR

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