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Virtuelle Nation Asgardia will den Weltraum erobern

von Matthias Bastian20. Juni 2017

Die selbsternannte virtuelle Nation Asgardia lädt sich auf einen Satelliten und schießt sich ins All. Das Ziel ist es, eine anerkannte Nation mit eigenem Territorium zu werden.

Gegründet in 2016 als virtuelle Nation, möchte Asgardia nur ein Jahr später das All erobern. Die russische Ein-Mann-Regierung Igor Ashurbeyli will den Satellit Asgardia-1 im Herbst in den Orbit schießen.

An Bord sind die Verfassung von Asgardia, die Flagge und Daten über die weltweit knapp 200.000 Asgardier, die sich der Initiative angeschlossen haben. Die Aktion ist ein Experiment, an dessen Ende ein Server im Weltall zu einem souveränen Staat erklärt werden könnte. Zumindest wenn es nach Ashurbeyli geht.

„Asgardia-1 markiert den Anfang einer neuen Weltraum-Ära und bringt unsere Bürger ins All, zuerst in virtueller Form“, sagt Ashurbeyli in einer Pressemitteilung.

Der erste Satellit soll nur der Anfang sein. Der Russe strebt ein Netzwerk aus Satelliten an, die die Erde vor Asteroiden und Weltraummüll schützen. Eines der Ziele von Asgardia ist es, die Erde vor Unheil zu bewahren und für Weltfrieden zu sorgen.

Eine Verfassung soll die Diktatur abschaffen

Wer ein Bürger von Asgardia werden und mit ins All reisen will, muss nicht mehr tun als im Netz ein paar Formulare ausfüllen. Dafür gibt es eine ID, die der Datenbank hinzugefügt wird.

Da Ashurbeyli der einzige politische Verantwortliche von Asgardia ist, unterstützt man damit allerdings eine Diktatur. Bei der Registrierung als Bürger tritt man alle Verhandlungsrechte an Ashurbeyli ab.

Das soll sich allerdings zeitnah ändern. Ashurbeyli erarbeitete eine Verfassung für seinen Staat, über die seine Bürger in diesen Tagen abstimmen können.

Das Ziel sei es, aus Asgardia eine ernstzunehmende Nation zu machen, die von anderen Staaten anerkannt wird, so Ashurbeyli.

Das Problem bei diesem Unterfangen: Eine Nation beansprucht normalerweise physischen statt virtuellen Raum und besteht aus realen Menschen, nicht aus Daten. Es ist daher fraglich, ob der Satellit als digitales Territorium im All schon ausreicht, um in anderen Ländern für Akzeptanz zu sorgen.

Im echten Leben arbeitet Ashurbeyli nicht als Politiker, sondern als Nanowissenschaftler.

| Featured Image: Pexels | Source: CNET

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