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Visual Positioning Service (VPS): Google stellt GPS für Innenräume vor

von Matthias Bastian18. Mai 2017

Mit dem neuen Google-Service “VPS” findet man in Gebäuden schneller ans Ziel. Die Indoor-Navigation soll bis auf wenige Zentimeter genau arbeiten.

VPS steht für “Visual Positioning Service”. Anders als bei GPS werden die Navigationsdaten nicht via Satellit ans Smartphone gesendet, sondern das Gerät orientiert sich über integrierte Tango-Sensoren eigenständig im Raum.

Das Smartphone scannt – ähnlich wie das menschliche Auge – die Umgebung und lotst den Smartphone-Nutzer anhand optisch markanter Punkte durch Gebäude und Räume. VPS wird in Google Maps integriert.

Google bietet zwar schon eine Indoor-Navigation in Maps an, aber die VPS-Ortung soll im Vergleich deutlich präziser und bis auf wenige Zentimeter genau arbeiten. Denkbar wäre, dass man in einem Geschäft exakt zu einem Produkt geführt wird. Laut Googles VR- und AR-Chef Clay Bavor soll die Ortung den Smartphone-Nutzer bis zum einzelnen Schraubenzieher lotsen können.

“GPS bringt dich bis vor die Tür und VPS lotst dich zu dem Gegenstand, den du suchst”, sagt Bavor. VPS in Kombination mit einem Audio-Interface könne Menschen mit Sehbehinderung dabei helfen, deutlich sicherer durch den Alltag zu navigieren.

Asus Zenfone AR: Tango-Technologie in der zweiten Generation

VPS ist kein Feature, das Google via Software-Update nachreichen kann, sondern es verlangt nach neuer Smartphone-Hardware mit 3D-Sensoren. Es dürfte daher noch ein paar Jahre dauern, bis solche Geräte weitflächig verbreitet sind und das Feature ähnlich selbstverständlich wird wie die GPS-Navigation mit Google Maps.

Das im Januar 2017 angekündigte Asus Zenfone AR wird das erste Gerät sein, das auf die zweite Generation Tango-Technologie setzt. Diese soll deutlich platzsparender sein und verlässlicher arbeiten. Das Gerät erscheint im Sommer.

“Wir glauben, dass in Zukunft viel mehr Geräte Augmented Reality unterstützen”, sagt Clay Bavor während seiner Keynote auf der I/O. Googles Vision: AR-Sensoren in Smartphones sollen so selbstverständlich werden wie GPS.

Augmented Reality in der Bildung

Weiterhin integriert Google Tango-Smartphones in die immersive Lernapp “Expeditions”, die schon in Kombination mit Cardboard-VR-Brillen in den Klassenräumen genutzt wird. Mit Tango-Smartphones können die Schüler 3D-Lernmodelle ins Klassenzimmer projizieren und aus verschiedenen Perspektiven begutachten.

Ziel sei es, einen zusätzlichen Aha-Moment bei Schülern auszulösen, den Schulbücher oder die Erklärung des Lehrers alleine nicht erreichen könnten. Visualisiert werden Inhalte, die Schüler im realen Leben normalerweise nicht ohne weiteres begutachten könnten. Das sind zum Beispiel ein aktiver Vulkan oder ein Tornado, die auf dem Schreibtisch erscheinen.

Die Expeditions-App unterstützt sowohl Augmented- als auch Virtual-Reality-Lernerfahrungen. Das Motto: “Besuche jeden Ort in VR. Schau dir alles in AR an.”

| Featured Image & GIF: Google

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